Streichungen von Vereinszuschüssen gekippt

In Viersen wird es auch 2018 Zuschüsse für Vereine geben. Der Ärger zwischen Anemüller und Schrömbges hält an.

Streichungen von Vereinszuschüssen gekippt
Foto: Busch

Viersen. Die rund 16000 Frauen und Männer, die sich in den Viersener Sportvereinen engagieren, können ebenso aufatmen wie die Mitglieder der Martinsvereine im Stadtgebiet, die Brauchtumsfreunde in den Schützenbruderschaften und die Sänger in den Kirchenchören: Im nicht-öffentlich tagenden Arbeitskreis Haushalt haben sich die Vertreter der Fraktionen darauf verständigt, die bisherige Bezuschussung der kulturtreibenden Vereine beizubehalten und auch die Sportförderrichtlinie nicht anzufassen. Wie Sitzungsteilnehmer des Arbeitskreises Haushalt berichten, fiel die Entscheidung einvernehmlich.

Wie berichtet, hatte Viersens Erster Beigeordneter Paul Schrömbges in einer Vorlage für den Sportausschuss die mögliche Kürzung öffentlich gemacht — ohne darauf hinzuweisen, dass noch gar nicht klar war, ob sich die Politik überhaupt mit der Umsetzung der Idee befassen wolle.

Bei zahlreichen Vereinen hatte Schrömbges’ Hinweis auf die Streichliste große Sorgen ausgelöst. Von einer „schallenden Ohrfeige für alle Engagierten in Kirchenchören, Schützenbruderschaften, Martins-, Sport- und Karnevalsvereinen“ sprach Bernd Korischem, Vorsitzender der kulturtreibenden Vereine Viersens. Er zeigte sich gestern erleichtert, dass die Vereine auch im kommenden Jahr städtische Zuschüsse erhalten sollen. „Die Mitglieder der vielfältigen Gruppierungen hätten in ihrem jeweiligen ideellen Engagement eine derartige Kürzungsmaßnahme mit Sicherheit nicht nachvollziehen können.“

Viersens Bürgermeisterin Sabine Anemüller (SPD) kündigte an, dass die Beratung über die Streichmaßnahme dennoch im Sportausschuss behandelt werden soll. „Dann kann Herr Schrömbges dort mal erklären, was ihn veranlasst hat, diese Vorlage zu erstellen.“ Nach Aussage der Bürgermeisterin hat der Erste Beigeordnete mit seiner Vorlage einen verabredeten Fahrplan verlassen. Vereinbart sei gewesen, dass alle Fachbereiche Sparvorschläge präsentieren und im nicht-öffentlich tagenden Arbeitskreis Haushalt die Politiker Rückmeldung geben, welche Ideen weiterverfolgt werden sollen und welche nicht infrage kommen. In Rat und Kulturausschuss wird die Bürgermeisterin die Vorlage von der Tagesordnung nehmen.

Auch die Sportvereine hatten Befürchtungen vor Einschnitten, zeigten sich aber zur Zusammenarbeit bereit. Klaus-Dieter Greefkes, Vorsitzender des Stadt-Sport-Verbandes, schlug vor, dass die Zuschüsse auf die Vereine mit Jugendmannschaft aufgeteilt werden. So ließen sich 10 000 Euro Verwaltungskosten einsparen, die durch die Bearbeitung der Vereinsanträge entstünden. Greefkes: „Diese Lösung zeigt, dass der Sport gewillt ist, sich an den Sparmaßnahmen zu beteiligen.“

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