Die Kinder freuen sich auf den ersten Schultag

Die Kinder freuen sich auf den ersten Schultag

Nicht nur die i-Dötzchen, auch manche Lehrer haben am Donnerstag ihren ersten Schultag - so wie Alexandra Minkenberg.

Düsseldorf. Nein, so gespannt wie ihre Schüler hat Alexandra Minkenberg gewiss nicht auf den heutigen Einschulungstag gewartet. Die 25-Jährige weiß halt besser als die i-Dötzchen, was sie erwartet. Aber ihren ersten richtigen Schultag hat auch sie am Donnerstag, jedenfalls als Lehrerin — an der städtischen Grundschule auf der Helmholtzzstraße, wo sie die neue Klasse 1b übernimmt.

„Ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht“, sagt sie, „und natürlich bin ich auch unheimlich gespannt.“ Vor allem auf die Kinder. 28 werden in ihrer Klasse im Raum 107 im ersten Stock des wuchtigen Altbaus zwischen Mintrop- und Fürstenplatz sitzen.

Die Sommerferien sind für Alexandra Minkenberg, die im Mai ihr Referendariat in Düsseldorf abgeschlossen hat, schon vor ein paar Tagen zu Ende gegangen. Es gab einiges vorzubereiten mit ihren Kolleginnen von den beiden anderen ersten Klassen, die zwar schon länger an der Schule unterrichten, aber auch noch keine erste Klasse hatten: „Vor allem haben wir unzählige Namensschildchen hergestellt und Berge von Kopien für die ersten Arbeitsblätter“, berichtet die neue Lehrerin, die mit dem Zug aus Heinsberg anreist. Das Arbeitsklima an der Schule sei prima, die Kollegen durchweg hilfsbereit. Nervös oder gar ängstlich sei sie nicht vor ihrem ersten Arbeitstag. Aber Alexandra Minkenberg weiß, dass es nicht leicht wird mit 28 Kindern. Was sie sich besonders vornimmt? „Dass ich alles versuchen werde, um allen Kindern gerecht zu werden. Und dass die Kinder untereinander eine gute Klassengemeinschaft entwickeln.“

Mädchen und Jungen ohne einen Migrationshintergrund gibt es kaum in der neuen 1b, die als Klassentier einen Fuchs hat. Da ist das Lesen- und Schreibenlernen eine besondere Herausforderung. Die Grundschule an der Helmholtzstraße hat freilich ein großes Förderangebot (auch im offenen Ganztag). Und für Kinder, die fast gar nicht Deutsch sprechen, gibt es den „SE-Bereich“, Seiteneinsteiger-Gruppen, in denen ganz gezielt die Sprache gelernt wird.

Pädagogisch fühlt sich die neue Lehrerin gut vorbereitet auf die Praxis. Sie weiß, dass es einigen i-Dötzchen schwerfallen wird, mal länger stillzusitzen und zuzuhören. „Es ist natürlich eine große Umstellung vom Kindergarten zur Grundschule“, sagt sie. Heute trage man zum Glück dem Bewegungsdrang der Kleinen viel mehr Rechnung als früher. Alexandra Minkenberg erinnert sich noch gut an ihrer eigene Grundschulzeit: „Ich hatte eine sehr respekteinflößende Lehrerin, es ging streng zu. Trotzdem sind es für mich keine negativen Erinnerungen. “

Der Berufswunsch Lehrerin entstand dann, als sie in der 8. Klasse ein Praktikum in einer Grundschule machte: „In den ersten Klassen sind viele Kinder so unglaublich neugierig, das hat mich besonders gereizt.“ Ab Donnerstag erlebt sie das jeden Tag.

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