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Einmal zum Mond, bitte - „Anno 2205“ im Test

Einmal zum Mond, bitte - „Anno 2205“ im Test

Berlin (dpa/tmn) - Offenbar gibt es die großstädtischen Bio-Food-Anhänger auch in der Zukunft. Anders ist es wohl kaum zu erklären, dass mitten im Aufbau der ersten großen Inselstadt im neuen „Anno 2205“ plötzlich ein gravierender Mangel an Smoothies herrscht.

Dabei sind gerade Energie-, Arbeitskraft- und Logistikprobleme zu lösen.

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Foto: dpa

Nun ja: Schnell werden Plantagen und Saftfabrik errichtet, und die Saftbilanz ist wieder ausgeglichen. Höchste Zeit, die dringlicheren Probleme der Zukunftsgesellschaft zu lösen. Schließlich soll ja der Mond besiedelt werden.

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Ubisofts „ Anno 2205“, der mittlerweile sechste Teil der bekannten Aufbaustrategiereihe, führt knapp 200 Jahre in die Zukunft. Als Chef eines gigantischen Unternehmens gilt es, Städte aufzubauen, Ressourcen zu erschließen, neue Technologien zu entwickelt und letztlich eine prosperierende Kolonie auf dem Mond zu errichten. Auf dem Weg dahin lauern zahlreiche Gefahren, von denen das Smoothie-Problem noch zu den beherrschbaren Herausforderungen gehört.

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Während man sich die ganze Zeit vom Bestaunen der liebevoll designten futuristischen Spielgrafik mit unzähligen Details losreißen muss, verfolgen auch andere Unternehmen ihre ganz eigenen Ziele. Paramilitärische Fraktionen machen dem Spieler das Leben schwer. Und dann muss ständig an irgendeiner Ecke justiert, gerettet oder geplant werden, um die Finanzen im Plus zu halten und wachsende Bedürfnisse seiner Bewohner zu erfüllen.

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Dafür müssen nicht nur Steinbrüche, Schmelzwerke, Roboterfabriken, Medienzentren und Saftfabriken errichtet werden. Auch die Arktis rückt in den Fokus der Ressourcenjäger. Hier gibt es Fisch und andere seltene Rohstoffe - und eine weitere Herausforderung. Denn auch das arktische Personal will bei Laune gehalten werden. Dazu gehört ein warmes Heim. Das wiederum sorgt für völlig neue Anforderungen an den Bau der Siedlung, da man die Hütten der Bewohner nun um hitzeintensive Industriegebäude platzieren muss. Später im Spiel - beim Errichten der ersten Mondkolonie - wird alles noch schwieriger und teurer. Ein falscher Klick kann da schnell ungeahnte finanzielle Konsequenzen haben.

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Mit der Zeit wird das alles ganz schön komplex und herausfordernd. Gut, dass die Entwickler des Mainzer Blue-Byte-Studios viel Zeit in eine übersichtliche Bedienung gesteckt haben. So gelingt der Balanceakt zwischen Wachstum, Nachhaltigkeit und ausgeglichenen Finanzen zumindest in den unteren Schwierigkeitsstufen ohne viel Frustration. Und wenn es doch einmal knapp wird, können über den optionalen Kampfmodus und Nebenaufträge zusätzliche Ressourcen gewonnen werden. Die außerhalb der Siedlungszonen ausgetragenen Kämpfe können später im Spiel jedoch auch lästig werden.

Alles in allem tut „Anno 2205“ der Schritt in die Zukunft mit Ausflug zum Mond gut. Der Aufbau der Städte mit all seinen planerischen Feinheiten macht viel Spaß und beschert etliche Aha-Erlebnisse, wenn sich mal wieder eine neue Optimierungsmöglichkeit findet. Gerade die feine Steuerung aller Wirtschaftskreisläufe inklusive Smoothieversorgung für anspruchsvolle Arbeiter ist eine spannende Herausforderung. Durch die eingestreuten Quests und die vielen Schauplatzwechsel zwischen Inseln, Arktis und Mond ist das Spiel erfreulich abwechslungsreich - weitere (allerdings kostenpflichtige) Inhalte und Siedlungszonen sollen später hinzukommen. Dazu kommt die prächtige Gestaltung der Spielwelt mit Bergen, Küsten, Wasserfällen, Wolkenkratzern und unzähligen kleinen Details, die zum Erkunden einladen.

„Anno 2205“ ist leider nur für Windows (nur 64 Bit) erhältlich und kostet rund 60 Euro in der Grundversion. Für maximale Grafikdetails mit vielen Flugautos und Stadtbewohnern zwischen den Wolkenkratzern sollten ein aktueller Prozessor, 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und eine Grafikkarte mit 2 GB oder mehr Speicher im Rechner stecken. Das Spiel ist ab sechs Jahren freigegeben.