Vergleich: NRW-Schüler liegen bundesweit im Mittelfeld

Vergleich: NRW-Schüler liegen bundesweit im Mittelfeld

Analyse: Beim Vergleich der neunten Klassen liegt Bayern vorn. Bei Lesen und Schreiben klaffen Lücken.

Düsseldorf. Die Schüler aus Nordrhein-Westfalen haben in einem neuen bundesweiten Leistungsvergleich der neunten Klassen aller Schulformen Plätze im oberen Mittelfeld belegt. Getestet wurden die Leistungen von bundesweit 41000 Schülern in Deutsch und Englisch.

Dabei gab es große Unterschiede in den Einzelergebnissen. Am besten lagen die Schüler aus NRW bei den Tests in Englisch: Sie belegten im Vergleich aller 16Bundesländer jeweils den fünften Platz beim Leseverständnis sowie beim Hörverstehen dieser ersten Fremdsprache. Das sei ein "hervorragendes Ergebnis" in diesem zum ersten Mal getesteten Fach, sagte Schulministerin Barbara Sommer (CDU). Bei den Pisa-Studien in den Jahren 2000 und 2003 habe NRW noch zu den Schlusslichtern gehört.

Im Fach Deutsch kamen die Neuntklässler aus NRW beim Zuhören auf Rang fünf, beim Leseverständnis der Texte auf Platz zehn. Bei der Rechtschreibung belegen sie den achten Rang. Ministerin Sommer sagte, auch Schüler mit Zuwanderungsgeschichte hätten in allen getesteten Bereichen für Nordrhein-Westfalen "erfreuliche Ergebnisse" mit Punktwerten im Bundesdurchschnitt erreicht.

An bundesweit 1500 Schulen waren im Mai 2009 die Fähigkeiten erhoben worden. Dabei schnitten die Schüler im Süden Deutschlands erneut am besten ab. Klare Sieger sind die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg.

Im Vergleich lagen die Mädchen klar vor den Jungen. Besonders deutlich war der Vorsprung in Orthografie. Jungen und Mädchen aus bildungsfernen Familien schneiden ungünstiger ab als Jugendliche aus sozial besser gestellten Familien.

SPD-Schulexpertin Ute Schäfer wertete die Ergebnisse als Plädoyer für ein längeres gemeinsames Lernen. "NRW gehört zu den Bundesländern, in denen der Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft besonders groß ist", sagte sie. Auch Sigrid Beer (Grüne), meinte, bei dem "unseligen Zusammenhang von Herkunft und Bildungschancen" gebe es in NRW viel zu tun.

Die Entwicklung bundeseinheitlicher Bildungsstandards durch die Kultusministerkonferenz war eine Folge des ersten Pisa-Schocks nach dem Test aus dem Jahr 2000. Deutschland hatte bei dem Leistungsvergleich in der wichtigen Schlüsselkompetenz Lesen/Textverständnis nur mäßig abgeschnitten.