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Ex-Vorstand der Partei Die Grauen auf freiem Fuß

Ex-Vorstand der Partei Die Grauen auf freiem Fuß

Ernst Otto Wolfshohl soll maßgeblich an der Spendenbeschaffung der "Grauen" beteiligt gewesen sein.

Wuppertal. Ernst Otto Wolfshohl, Ex-Mitglied des Bundesvorstandes der Seniorenpartei "Die Grauen", ist seit Dienstag wieder auf freiem Fuß. Gegen eine Kaution von 100 000 Euro und die Auflage, sich dreimal pro Woche bei der Polizei zu melden, wurde der 63-Jährige von der U-Haft verschont. Außerdem muss der Psychotherapeut seinen Pass abgeben. Wolfshohl soll maßgeblich an der Spendenbeschaffung der "Grauen" beteiligt gewesen sein. So soll die Partei Zuschüsse für erfundene Weiterbildungsseminare erschlichen haben. Die angeblichen Seminar-Redner hätten ihre Honorare der Partei gespendet, für die Spenden seien wiederum staatliche Zuschüsse beantragt und kassiert worden. Wolfshohl soll fünf Prozent der Spendensumme persönlich als Provision kassiert haben, so die Erkenntnisse der Ermittler. Auf diese Weise habe er für sich in zwei Jahren 142 000 Euro genommen. Mittlerweile sollen die "Grauen" wegen gefälschter Spendenquittungen fast 8,5 Millionen Euro an die Bundestagsverwaltung zahlen. Die Seniorenpartei, die damit vor dem wirtschaftlichen und politischen Ruin steht, will dagegen Widerspruch einlegen. Ende Oktober 2007 war der Wolfshol unter Betrugsverdacht verhaftet worden. "Es bestand dringende Flucht- und Verdunkelungsgefahr", lautet damals die Begründung der Staatsanwaltschaft. Der 63-Jährige habe bei der Verhaftung bereits Flugtickets erworben, um sich auf die Philippinen abzusetzen. Wegen der Fluchtgefahr hat das Oberlandesgericht die Haftverschonung nur gegen strenge Melde-Auflagen samt Kaution gestattet. Eine Anklage gegen den 63-Jährigen liegt noch nicht vor. Der zu erwartende Prozess wird vor dem Wuppertaler Landgericht stattfinden. Ernst Otto Wolfshohl ist eine schillernde Gestalt. Er schmückt sich mit einem philippischen Professorentitel Prof. (RP/Republik Philippinen). In den 90er Jahren hatte er dazu noch drei Doktortitel getragen, was ihm die Bezeichnung "3D-Mann" einbrachte. Erst auf Drängen der Bonner Hochschulrektorenkonferenz erkannte damals das NRW-Wissenschaftsministerium "Dr. Dr. Dr." Wolfshohl die bereits genehmigten drei Titel von den Philippinen wieder ab.