„Die Buchkultur in Wuppertal gefördert“

„Die Buchkultur in Wuppertal gefördert“

Hermann Schulz, ehemaliger Leiter des Peter Hammer Verlags und Autor, wurde die Ehrendoktorwürde verliehen.

Er habe sich immer gedacht, „irgendwann, irgendwann“ müsse doch auch die Universität einmal merken, was für eine ungewöhnliche Persönlichkeit man hier in Wuppertal mit Hermann Schulz doch habe, irgendwann müsse man ihn doch auch würdigen. Das sagte Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister der Hansestadt Bremen am Dienstag in seiner Laudatio — liebevoll und scherzhaft, nicht maßregelnd. Er beglückwünschte nicht nur Hermann Schulz, sondern auch die Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften der Uni zu der Ehrendoktorwürde.

Und so war es gestern Abend soweit, dass Hermann Schulz in die Riege von Loriot und Ernesto Cardenal aufgenommen wurde. Vonseiten der Uni passierte das mit großer Freude. Prorektor Michael Scheffel sagte vor mehr als 150 Gästen, es sei „ein besonderes, herausragendes Ereignis im Leben einer Universität“, eine Ehrendoktorwürde zu verleihen. Und er freue sich, sie an einen „besonderen Menschen und besonderen Wuppertaler“ zu verleihen, einen, der über den Tellerrand des Bergischen hinausgesehen, immer international und „nie provinziell“ agiert habe.

Schulz war von 1967 bis 2001 Leiter des Peter Hammer Verlags, hat ihn zu einem international renommierten Verlag für südamerikanische und afrikanische Literatur gemacht. Seit 1998 hat er sich zudem als Autor verdient gemacht. Sein breites Portfolio konnten die Gäste auf dem Büchertisch vor dem Hörsaal bestaunen — mehrsprachig, denn seine Bücher wurden etwa ins Katalanische, Italienische und Koreanische übersetzt.

Scheffel sagte, das Werk habe Grenzen überschritten, nicht nur sprachlich, sondern auch die der Generationen, denn Schulz hat Romane wie Kinderbücher geschrieben und „die Buchkultur in Wuppertal gefördert“.

Für Henning Scherf geht der positive Einfluss Schulz’ weit über seine Wirkstätte hinaus. „Von dir kann man lernen, wie man mit Afrika anders umgehen muss, als es 200 Jahre Kolonialgeschichte vorgemacht haben“, sagte er, mit Blick auf die „wunderbare Kulturvermittlung“, die Schulz dort wie in Südamerika begonnen habe.

Er warf einen Blick zurück auf dessen Leben, die schwere Kindheit, den Mut, sich auf Reisen zu begeben und den Weg, der ihn nach Wuppertal führte. Dabei sei immer der Mensch im Mittelpunkt gewesen. „Du hast dich immer anstecken lassen von den Menschen. Woher hast du das?“, fragte er bewundernd.