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Ross und Reiter trotzen beim Turnier Wind und Wetter

Ross und Reiter trotzen beim Turnier Wind und Wetter

Unwetterwarnungen beim Reitsportfestival des Reit- und Fahrvereins Lobberich. Trotzdem starten über 300 Reiter.

Lobberich. Der Regen peitscht den Pferden entgegen, Wind zerzaust des Reiters Haar. Beim 62. Reitsportfestival des Reit- und Fahrvereins Lobberich geht es stürmisch zu. Dass das traditionelle Turnier im Reitsportzentrum „An der Lüthemühle“ jedoch ins Wasser fallen könnte; daran haben die Verantwortlichen nie gedacht.

„Die Hiobsbotschaft kam am Freitagabend. Da erhielten wir die Unwetterwarnung mit erheblichen Windstärken. Daraufhin mussten wir halt etwas umbauen“, blickt Vorsitzender Wilhelm Tobrock auf die turbulenten letzten Stunden zurück.

Die bereits aufgestellten Stühle und Sonnenschirme für die Zuschauer wurden wieder eingeräumt, alle Sprunghindernisse windfest gesichert und selbst die kleinen Bäumchen neben den Hindernissen wurden vorsichtshalber seitlich auf den Boden gelegt. „Jetzt dürfte eigentlich nichts mehr durch die Gegend fliegen können. Bisher hat alles wunderbar geklappt, und alle Prüfungen konnten stattfinden“, gibt sich Wilhelm Tobrock dem Wetter gegenüber kämpferisch.

Im Mittelpunkt der Reitprüfungen stehen natürlich die teilweise spektakulären Springwettbewerbe. Das Teilnehmerfeld ist gespickt mit hochklassigen nationalen und internationalen Reitern. Bei mehr als 300 Starts müssen sich aber auch lokale Reiter der Spitzenklasse nicht verstecken. Daniela Theelen widmet ihr ganzes Leben den großen Vierbeinern. Sie reitet täglich bis zu neun Pferde.

„Die Verbindung zu den Tieren ist einfach etwas besonderes“, schwärmt die Hinsbeckerin von ihrem Sport. Auch gestern ging sie gleich mit mehreren Pferden an den Start. Die größten Hoffnungen setzt die Springreiterin in ihren Wallach Figaro.

In der großen Reithalle bereitet Daniela Theelen sich mit ihrem Pferd beim sogenannten Abreiten mehr als eine halbe Stunde auf den Wettkampf vor.

„Zum Glück haben wir mit der Halle selbst bei diesem Wetter optimale Bedingungen für Ross und Reiter. So konnten wir schnell umdisponieren. Normalerweise hätte das Abreiten heute nämlich draußen stattgefunden“, erklärt Wilhelm Tobrock.

Über breite Oxer und hohe Steilsprünge, vorbei an Pfützen und trotz streckenweise heftigen Gegenwindes — Daniela meistert mit ihrem Pferd Figaro den Springparcours ohne Fehler. Auch die Zuschauer applaudieren begeistert.

Zahlenmäßig sind die zuschauenden Freunde des Pferdesports am Samstag natürlich wetterbedingt eher gering geblieben. Auch sie haben Warnungen wahrgenommen. Am Sonntag war das Wetter dafür umso sonniger.