Landgericht: Drogendealer versteckten Heroin in Spraydosen

Landgericht : Drogendealer versteckten Heroin in Spraydosen

Ein Pärchen und eine Frau aus Krefeld stehen wegen der Einfuhr und des Weiterverkaufs der Droge vor Gericht.

Krefeld. Drei mutmaßliche Heroindealer haben am Mittwoch vor der 2. Großen Strafkammer am Landgericht jeweils die Schuld dem anderen zugeschoben. Ein Krefelder Pärchen soll laut Anklage für eine 53-jährige Frau, ebenfalls aus Krefeld, Heroin weiterverkauft haben, das diese aus den Niederlanden eingeschmuggelt haben soll.

Acht Einfuhren werden im Tatzeitraum Ende Juni/Anfang Juli 2016 zur Last gelegt. So schilderte es auch der 39-jährige Angeklagte. Regelmäßig sei er zu der Frau gegangen und habe dort Drogen für den Weiterverkauf bekommen. Die sei fast täglich in die Niederlande gefahren, um von dort neues Heroin zu holen, in Mengen von 50 bis 200 Gramm — versteckt in Spraydosen oder Feuerlöschern. Einiges davon habe er auch für sich und seine 39-jährige Partnerin benutzt. Sie seien beide heroinabhängig gewesen.

Seine Freundin habe zwar gewusst, dass er Drogen weiterverkauft, sei daran aber nicht beteiligt gewesen. Auch habe sie nichts von einem Revolver in der Wohnung gewusst. Den habe er als Pfand von einem Abhängigen angenommen und dort versteckt, so der Angeklagte.

Die Frau sagte, dass sie ab und zu mitbekommen habe, dass ihr Partner mit Drogen gedealt habe. Bei der Polizei habe sie außerdem ausgesagt, dass ihr Freund sie mehrmals geschlagen und ihr Drogen gegeben habe, um sie von sich abhängig zu machen. Auch bei einem Drogendeal in der Nähe des Hansa-Centrums habe sie nur daneben gestanden, aber „weggesehen.“ „Wenn die Polizei aufgetaucht wäre, hätten Sie Ihren Partner aber schon gewarnt“, fragte der Vorsitzende Richter. Das bejahte die Frau zwar, eine Absprache über eine etwaige Beobachtung der Umgebung habe es aber nicht gegeben. Genützt hätte die eh nichts, die beiden wurden kurz danach verhaftet.

Die dritte Angeklagte und mutmaßliche Schmugglerin stellte das Geschehen anders dar. Sie sei zwar durchschnittlich zweimal in der Woche in die Niederlande gefahren, aber nur, um dort einzukaufen, zum Beispiel Kaffee oder bei deutschen Discountern ausverkaufte Sonderposten. Zweimal habe sie aber wohl doch Drogen mitgebracht, aber im Auftrag des 39-jährigen Angeklagten. Der habe sie beauftragt, von einem Bekannten eine Spraydose mitzubringen. Die wurde ihr in einem niederländischen Einkaufszentrum übergeben. „Ich habe mir aber schon gedacht, dass da Heroin drin ist“, gab sie zu. Der Prozess wird fortgesetzt.

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