In einem Brief fürchtet der Landesvorsitzende der Genossenschaft, dass die Einsparungen zu einer Bildungsarmut führen.

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Erst am Wochenende feierten die Bühnen mit ihrer "Odyssee" Premiere. Am Ende der Aufführung skandierte das Ensemble geschlossen "Kunst, Kunst, Kunst".

Erst am Wochenende feierten die Bühnen mit ihrer "Odyssee" Premiere. Am Ende der Aufführung skandierte das Ensemble geschlossen "Kunst, Kunst, Kunst".

Andreas Fischer

Erst am Wochenende feierten die Bühnen mit ihrer "Odyssee" Premiere. Am Ende der Aufführung skandierte das Ensemble geschlossen "Kunst, Kunst, Kunst".

Wuppertal. In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Peter Jung und den Stadtrat kritisiert die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger die angekündigten Einsparungen im Kulturbereich. Kultur sei kein Luxus, sondern eine Notwenigkeit heißt es in dem vom Landesvorsitzenden Adil Laraki verfassten Brief. Die Schließung kultureller Einrichtungen würde zu einer Bildungsarmut führen, die kaum mehr rückgängig zu machen sei. Laraki rät dazu, die Verursacher zur Verantwortung zu ziehen. "Die Verursacher Ihrer bedrohlichen Situation sind die Entscheidungsträger auf Landes- und Bundesebene", schreibt er.

Außerdem heißt es: "Machen Sie es sich nicht leicht und vergreifen Sie sich nicht an den Lobbylosen und schwächsten Bereichen, wie hier die Kultureinrichtungen. Selbst wenn Sie alle Kultureinrichtungen Ihrer Stadt schließen, würde die Finanzsituation der Stadt Wuppertal nicht gelöst werden."

Zudem hätten die Wuppertaler Bühnen schon mehrfach Kürzungen in Kauf genommen und seien längst kein großer Kostenfaktor mehr. Die Gagen der Wuppertaler Künstler gehören laut Genossenschaft zu den niedrigsten in ganz Deutschland.

"Eine nochmalige Zuschussreduzierung - die beabsichtigt ist - wird automatisch zum Abbau des Angebots, der Qualität und zu Einnahmenverlusten führen. Ein Teufelskreis wird ausgelöst, der das Ende des Theaters einläutet - ein irreparabler Schaden des kulturellen Lebens in Wuppertal!", heißt es weiter.

Am Dienstag vergangener Woche hatte die Stadtspitze drastische Einsparungen angekündigt. So soll das Budget der Wuppertaler Bühnen im kommenden Jahr um zwei Millionen Euro gekürzt werden. Vom renovierungsbedürftigen Schauspielhaus an der Kluse will sich die Stadt bis 2012 trennen. Ob die Sparte Schauspiel überhaupt in Wuppertal gehalten werden kann, ist noch nicht klar. vezi

Die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) ist die gewerkschaftliche Organisation von Bühnenkünstlern und -technikern und hat nach eigenen Angaben 7000 Mitglieder. Sie kümmert sich um arbeitsrechtliche sowie tarifliche Fragen und unterhält gemeinsam mit dem Deutschen Bühnenverein die für Bühnen zuständigen Fachgerichte.

Alle Artikel zum Wuppertaler Spardiktat lesen Sie hier im WZ-Special.

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