Will der Metro-Konzern Real zerschlagen? Tausende Arbeitsplätze in Gefahr

280 Real-Filialen betroffen : Will der Metro-Konzern Real zerschlagen? Tausende Arbeitsplätze in Gefahr

Der Handelsgigant Metro aus Düsseldorf will sich laut einem Bericht von der SB-Warenkette Real trennen. Tausende Arbeitsplätze sind in Gefahr.

Der deutsche Handelsgigant Metro aus Düsseldorf will seine defizitäre SB-Warenkette Real zerschlagen. Das berichtet das Handelsblatt. Weil kein Interessent für die Märkte gefunden werden kann, sollen die Immobilien nun verkauft werden.

Bereits vor einem Jahr hatte die Metro bekannt gegeben, dass man sich von Real trennen wolle, um notwendig gewordene große Investitionen abwenden zu können. Auch in der Region brodelte die Gerüchteküche - etwa in Tönisvorst am Niederrhein.

Mitarbeiter in der Region sind in Sorge

In Sorge sind auch die Mitarbeiter der Real-Märkte. Zuletzt wurde an den Standorten in der Region aber auch aus anderen Gründen gestreikt. Gewerkschafter kritisierten, dass neue Mitarbeiter zu schlechten Konditionen eingestellt werden. Zudem ist laut Verdi aufgrund der Real-Markthalle besonders in Krefeld fraglich, wie es für einen anderen Standort in der Stadt weitergeht.

Real-Filialen lassen sich nicht gebündelt verkaufen

Das Unternehmen wolle sich stärker auf den Großhandel konzentrieren und dabei auch seinen Online-Dienst „Get now“ stärken. Doch die 280 Real-Filialen ließen sich offenbar nicht gemeinsam verkaufen, ein Deal mit der Markant-Handelsgruppe platzte laut Berichterstattung des Handelsblatts, weil man sich preislich nicht einig geworden war.

Bleibt der Metro nur noch die Zerschlagung?

Andere Käufer sollen sich nur für einen Teil der Märkte an guten Standorten interessiert haben. Weil mittlerweile nur noch zwei Immobilienfirmen Interesse an Real zeigen, könnte der Metro nur noch der Weg der Zerschlagung bleiben.

Die Immobilien-Spezialisten wollen die Grundstücke demnach kaufen. 15.000 Arbeitsplätze sollen demnach akut in Gefahr sein.

"Ich verliere langsam meine Geduld", sagte Werner Klockhaus, Betriebsratsvorsitzende von Real, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Er erinnere daran, dass Metro-Chef Olaf Koch versprochen habe, Real im Gesamtpaket zu verkaufen.

(red)
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