Taxifahren wird teurer

Taxifahren wird teurer

Mindestlohn lässt Preise klettern. Jeder dritte Fahrer verdient bisher so wenig, dass er auf Hartz IV angewiesen ist.

Düsseldorf. Angestellte Taxifahrer zählen zu den Geringverdienern in Deutschland. Jeder Dritte von ihnen bekommt so wenig, dass er zusätzlich auf Hartz IV angewiesen ist. Das geht aus einer unserer Zeitung vorliegenden Datenübersicht hervor.

Mit dem ab 2015 gültigen Mindestlohn von 8,50 Euro könnte sich die Lage spürbar verbessern. Allerdings müssen sich die Fahrgäste auf steigende Preise einstellen.

So soll der Grundpreis in Krefeld von 2,50 auf 2,90 Euro klettern. Beim Kilometerpreis wurde eine Erhöhung um 20 Cent beantragt. Derzeit werden zwischen 1,55 und 1,80 Euro fällig.

Wuppertals Taxiunternehmen sind noch uneins, ob eine Anhebung der Preise sinnvoll ist. Der Grundpreis beträgt derzeit 3,10 Euro. Pro Kilometer sind zwischen 1,75 und 1,90 Euro fällig.

In Düsseldorf zahlen die Fahrgäste derzeit 5,50 Euro Grundpreis und 1,80 pro Kilometer. Nachdem die Tarife bereits im Januar leicht erhöht wurden, sollen sie zum Jahreswechsel dann erneut um zwei bis drei Prozent klettern.

Solingens Taxifahrer halten eine Preiserhöhung um 20 Prozent für angemessen. Derzeit zahlen die Kunden 2,70 Euro Grundpreis und 1,79 Euro pro Kilometer. Höhere Tarife müssen von den Städten und Kreisen genehmigt werden.

Von den rund 100 000 abhängig Beschäftigten im Taxi-Gewerbe gelten gut 33 000 als sogenannte Aufstocker, weil ihr Einkommen unter dem staatlich garantierten Existenzminimum liegt. Zum Vergleich: In der gesamten Volkswirtschaft liegt der Anteil der Aufstocker nur bei 3,1 Prozent, also etwa zehnmal niedriger als im Taxi-Gewerbe.

Das durchschnittliche Einkommen eines Taxifahrers in Vollzeit beträgt nur 1256 Euro im Monat. Das entspricht einem Stundenlohn von sechs bis sieben Euro. Der Mindestlohn sorgt also für eine deutliche Anhebung.

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