Rolle rückwärts: VW will jetzt Porsche übernehmen

Rolle rückwärts: VW will jetzt Porsche übernehmen

Der Sportwagenbauer hat neun Milliarden Euro Schulden. Die Alternative wäre ein Einstieg des Emirs von Katar.

Stuttgart. Die deutsche Automobilbranche steht womöglich vor einem spektakulären Zusammenschluss. Die Familien Porsche und Piëch wollen laut "Spiegel" und "Focus" am Mittwoch auf einem Krisengipfel über die Zukunft des mit Finanzproblemen kämpfenden Sportwagenbauers beraten. Dabei stehe auch ein möglicher Verkauf der Porsche AG an Volkswagen auf der Tagesordnung.

Die fünf wichtigsten Vertreter des Clans, darunter Wolfgang Porsche und Ferdinand Piëch, hatten sich bei einem Treffen am vergangenen Mittwoch nicht auf eine Lösung für die Finanzprobleme des Autokonzerns einigen können.

Porsche ist durch die milliardenschwere VW-Übernahme in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Der Stuttgarter Automobilbauer hatte Anfang des Jahres die Mehrheit von knapp über 50 Prozent von Volkswagen übernommen und wollte diesen Anteil ursprünglich auf 75 Prozent steigern.

Laut "Focus" warb Piëch, Porsche-Miteigentümer und VW-Aufsichtsratschef, bei der Sitzung für eine Veräußerung der Sportwagenfirma an VW. Piëch soll dabei ein Konzept vorgelegt haben, das der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn erarbeitet hatte. Für rund elf Milliarden Euro soll demnach VW die Porsche AG kaufen. Damit wären die Familien auf einen Schlag schuldenfrei.

Daneben schlug Piëch laut "Focus" vor, sich sofort von Porsche-Boss Wendelin Wiedeking und dessen Finanzvorstand Holger Härter zu trennen. An deren Stellen sollten Winterkorn und VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch rücken.

Laut "Spiegel" hatten Wiedeking und Finanzchef Holger Härter folgendes Konzept präsentiert: Danach soll Porsche mit dem VW-Konzern fusionieren. Das neue Unternehmen würde sich dann durch eine Kapitalerhöhung frisches Geld besorgen. An ihr soll sich das Golf-Emirat Katar beteiligen, das neben den Familien und dem Land Niedersachsen zum dritten Großaktionär von VW würde. Aber auch die Familien müssten mehrere Milliarden Euro einbringen.

Nach Berechnungen von Bankexperten drücken den schwäbischen Sportwagenkonzern derzeit Nettoschulden in Höhe von neun Milliarden Euro.

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