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Produktions-Innovationen sind das entscheidende Zünglein an der Waage

Konkurrenzbeobachtung : Wettbewerbsvorteile 2022: Produktions-Innovationen sind oft das entscheidende Zünglein an der Waage

Der Konkurrenzdruck zwischen Unternehmen steigt und es wird immer schwieriger, sich am Markt zu behaupten. Das Gebot der Stunde lautet daher: Wettbewerbsvorteile finden und sichern. Insbesondere der Faktor Zeit spielt dabei eine Rolle.

Neue Produkte, gefragte Dienstleistungen oder ein gemeinnütziges Vorhaben – die Menschheit entwickelt sich stetig weiter und gründet passende Firmen für jede Idee. So waren 2019 etwa weltweit über 40.000 Betriebe an den weltweiten Börsen gelistet. Die vorderen Plätze der Top-100 der wichtigsten börsennotierten Unternehmen nehmen seit Jahren bekannte Konzerne wie Apple, Microsoft, Alphabet (ehemals Google), Amazon, Tesla oder Facebook ein. Aber auch wer heutzutage nicht gleich diese Liste als ultimatives Unternehmensziel hat, muss mittlerweile die Ärmel hochkrempeln, um dem internationalen Wettbewerb standzuhalten. Denn der Druck steigt. Und Entwicklungen wie Globalisierung und Vernetzung verschärfen die Situation zusätzlich. Grundsätzlich gilt: Letztendlich sind es die Kunden, die die Fäden in der Hand haben und darüber bestimmen, welches Produkt oder welche Dienstleistung gebraucht und gekauft wird. Und diese gilt es zu überzeugen.

Wettbewerbsvorteile aufbauen und sichern

Wer sich also als Unternehmer in diesem harten Wettkampf behaupten will, braucht einen Wettbewerbsvorteil. Und dieser muss nicht nur gefunden und aufgebaut werden, sondern auch gepflegt und gesichert. Über die Jahre hinweg haben sich verschiedene Wettbewerbsfaktoren etabliert, die oft das sprichwörtliche Zünglein an der Waage sein können. Sie spiegeln auch stets den Zeitgeist und aktuelle Tendenzen wider. Ein paar Vorteile im Überblick:

  • Innovatives Produkt: Wer etwas Bahnbrechendes kreiert, ein neues Produkt launcht oder eine noch nie dagewesene Dienstleistung anbietet, hebt sich automatisch von der Konkurrenz ab. Dieser Wettbewerbsfaktor ist mit viel Forschung und Innovationsgeist verbunden – heutzutage wird es allerdings immer schwieriger, Nischen zu finden und Neues zu schaffen.
  • Guter Preis: Auch mit einem guten Preis kann sich ein Unternehmen einen Vorteil verschaffen. Hierbei geht es jedoch nicht nur um die tatsächlich günstigsten Konditionen, sondern auch der Ruf einer Firma, günstig zu sein, kann eine Rolle spielen. Daneben gilt es, kosteneffizient zu produzieren. Ein Beispiel dafür ist die Glasindustrie, wo es durch kosteneffiziente Produktion und höhere Gewinn-Margen möglich wird, sich einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
  • Hohe Qualität: Nicht nur der Preis, sondern auch die Qualität kann ein Wettbewerbsvorteil sein. Vorausgesetzt: Der Kunde weiß diese zu schätzen und ist bereit, dafür einen höheren Preis zu zahlen.
  • Spezialisierung: In einer globalisierten Welt wird auch das Fokussieren auf einen Teilbereich oder eine Nische immer wichtiger. So lassen sich dennoch Wachstum und Differenzierung erzielen.
  • Herausragende Logistik: Punkten kann ein Unternehmen darüber hinaus mit einer guten Logistik, d.h. mit einer raschen Lieferung, einem transparenten Bestellprozess und einer unkomplizierten Rückgabemöglichkeit.
  • Guter Kundenservice: Auch der Faktor Mensch ist nicht zu unterschätzen – etwa in puncto Kundenservice. Wer auf freundliche und kompetente Mitarbeiter zählen kann, hat die Nase vorn. Und wer den Kunden darüber hinaus ein besonderes Einkaufserlebnis bietet, übertrumpft die Konkurrenz. Zufriedene Mitarbeiter strahlen aber auch nach außen und können das Image eines Unternehmens durch Mundpropaganda positiv beeinflussen.
  • Moderne Unternehmenskultur: Immer wichtiger wird zudem der Faktor Unternehmenskultur. Denn auch für Mitarbeiter müssen die Rahmenbedingungen passen und hierbei geht es längst nicht mehr nur ums Gehalt. Wer auf die richtigen Werte setzt und Benefits bereitstellt, kann Mitarbeiter langfristig binden und gegen Fachkräftemangel vorsorgen.
  • Automatisierung und Digitalisierung: Ein noch relativ neuer Wettbewerbsvorteil ist jener der Automatisierung und Digitalisierung – und genau deswegen wollen wir diesen im nächsten Punkt noch genauer beleuchten.

Automatisierung und Digitalisierung als Wettbewerbsvorteil

Die Welt wird immer digitaler und vernetzter. Das hat Vor- und Nachteile. Wie bereits eingangs erwähnt, steigt dadurch zum einen der Konkurrenzdruck, denn Unternehmen quer über den Globus verteilt konkurrieren mittlerweile untereinander. Eine der Folgen: Kunden können seit ein paar Jahren mit wenigen Klicks direkte Vergleiche anstellen und entscheiden sich nicht mehr nur zwingend für bekannte oder traditionelle Firmen, sondern es spielen eben auch andere Wettbewerbsvorteile eine Rolle. Passt die Firma zu mir und meinen Werten? Kann ich hierbei mit einem guten Kundenservice rechnen? Oder kommt hier wirklich die beste Technik zum Einsatz? Das sind nur ein paar Fragen, die Kunden heutzutage im Entscheidungsprozess begleiten. Automatisierung und Digitalisierung geht aber noch viel weiter und steht insbesondere im Zusammenhang mit Produktionsfaktoren. Und genau deswegen kann es zum entscheidenden Vorteil für ein Unternehmen werden. Denn wer auf eine automatisierte und digitalisierte Produktion setzt, kann beispielsweise effizienter arbeiten. Der Grund liegt in den gesammelten Daten. Diese können ausgewertet werden, wodurch rasch Schwachstellen im System ausfindig gemacht werden können und sich der Ausstoß erhöhen lässt. Ebenso lassen sich dadurch Ressourcen besser nutzen, wodurch es zu keinen Stehzeiten oder Materialverschleiß kommt. Schließlich können Maschinen besonders anstrengende oder eintönige Arbeiten übernehmen, wodurch sich Menschen langfristig anderen Tätigkeiten widmen können. Die Erfahrung insbesondere der letzten beiden Jahre hat außerdem gezeigt: Digitalisierung und Automatisierung trotzen auch Krisenzeiten besser. Denn: Unternehmen, die schon vor der Pandemie in Automatisierung investiert haben, kamen in Summe besser durch die Krise. Das gleiche gilt für Investitionen in die Digitalisierung. Die Produktion konnte ohne allzu großen Aufwand kurzfristig herunter- oder wieder hochgefahren werden. Auch in der Zukunft werden diese Technologien dafür sorgen, dass Unternehmen flexibel und schnell reagieren können und tragen somit entscheidend zum Unternehmenserfolg bei.