Meinung: Poker um Air Berlin - Wie Lufthansa es will

Meinung : Poker um Air Berlin - Wie Lufthansa es will

Es wird so laufen, wie die Lufthansa es will. Die führende deutsche Airline schluckt den größten Teil der zahlungsunfähigen Air Berlin. Noch am Tag der Insolvenz Mitte August beeilte sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mitzuteilen, dass die Verhandlungen der Pleitelinie mit der Lufthansa weit fortgeschritten seien.

Unverschämter kann die Politik nicht kundtun, wie sie es gerne hätte. Und es passt prima ins Bild, dass Air-Berlin- Chef Thomas Winkelmann bis vor wenigen Monaten auf der Gehaltsliste von Lufthansa stand.

Das wertvollste an Air Berlin sind die Start- und Landerechte. Und auf die hatten andere Bieter nie eine echte Chance. Um den Schein eines fairen Verfahrens zu wahren, kommt am Rande Konkurrent Easyjet zum Zug. Die Lufthansa stärkt mit der Übernahme ihre Billigtochter Eurowings. Von 6500 Vollzeitstellen sollen 80 Prozent erhalten bleiben. Allerdings werden die Mitarbeiter weniger verdienen als bisher. Das gilt vor allem für die Piloten. Und die Kunden? Sie müssen sich bei innerdeutschen Flügen auf höhere Preise einstellen, weil der Lufthansa-Konzern samt Air Berlin dort fast über ein Monopol verfügt.

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