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Pleite bei Spanair: Tausende sitzen fest

Pleite bei Spanair: Tausende sitzen fest

Die spanische Airline — ein Lufthansa-Partner — hat über Nacht ihren Betrieb eingestellt.

Madrid. Lange Gesichter vor den Spanair-Schaltern. Wütende Passagiere, die versuchten, auf andere Fluglinien umzubuchen.

Ein Informationschaos, weil auch die Stewardessen nicht wussten, wie es weitergeht: Die spanische Fluglinie Spanair, die im Luftfahrt-Bündnis Star Alliance mit Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines Code-Sharing betrieb, hat ihren Betrieb über Nacht eingestellt.

Die iberische Airline, die seit Jahren finanzielle Schwierigkeiten hatte, ist zahlungsunfähig.

„Spanair bittet all jene Personen, die betroffen sind, um Entschuldigung“, heißt es in einer Erklärung des Unternehmens mit Sitz in Barcelona. Allein an diesem Wochenende waren annähernd 25 000 Passagiere betroffen.

Die Zahl der insgesamt bereits verkauften Spanair-Tickets wird auf mehr als 100 000 geschätzt. Auch ausländische Urlauber sitzen fest, etwa auf den Kanaren und den Balearen, zu denen Spanair etliche Verbindungen anbot.

Im deutschsprachigen Raum flog Spanair von Barcelona aus München, Hamburg, Berlin und Zürich an, Frankfurt wurde von Madrid aus bedient. Durch die Codeshare-Flüge mit der Star Alliance sind aber auch Passagiere der Lufthansa, Swiss oder Austrian Airlines betroffen.

Spanair ist nach Iberia, Vueling und Air Europa die viertgrößte spanische Fluggesellschaft und transportierte 2011 gut zwölf Millionen Passagiere. Die Airline beschäftigt 4000 Mitarbeiter. Die 1986 gegründete Fluggesellschaft hatte 2010 115 Millionen Euro Verlust eingeflogen.

Die Krise der Airline hatte sich im August 2008 nach dem Absturz eines Flugzeugs auf dem Flughafen Madrid-Barajas verschärft. Eine Spanair-Maschine war kurz nach dem Start auf die Erde geprallt und in Flammen aufgegangen. 154 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, 18 überlebten.