Meinug: Nachhaltige Anreize schaffen

Meinug: Nachhaltige Anreize schaffen

Alle Jahre wieder erreichen uns die Bilder von der Internationalen Grünen Woche aus Berlin von fröhlich im Stroh umhertollenden Ferkeln und Kühen, die in großzügigen Ställen verweilen. Mit der Realität der Nutztierhaltung hat diese idyllische Marketing- Utopie in weiten Teilen der Landwirtschaft leider immer noch wenig zu tun.

Denn der hohe Fleischkonsum der Deutschen (59 Kilogramm verzehrt der Bundesbürger durchschnittlich pro Jahr) verlangt nach Dumping bürger - preisen im Supermarkt und bietet Landwirten die falschen Anreize für die Massentierhaltung.

Der Politik ist das Problem seit Jahren bekannt, doch hat die alte Bundesregierung es versäumt, das heikle Thema ernsthaft anzupacken. Es wird sich auch in Zukunft nichts ändern, wenn sie sich weiterhin scheut, gegenüber Landwirten, Industrie und Verbrauchern klar Position zu beziehen. Die Politik muss die Landwirte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Tierhaltung mitnehmen und etwa durch die Förderung mit EU-Mitteln den Umbau zu tiergerechteren Ställen lohnenswert machen. Verbraucher werden derweil nicht umhinkommen, für mehr Tierwohl beim Schnitzelkauf tiefer in die Tasche zu greifen. Qualität hat eben ihren Preis.