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Mieten steigen — aber nicht überall

Mieten steigen — aber nicht überall

In Wuppertal stagnieren die Preise fürs Eigenheim und für die Mietwohnung.

Berlin/Wuppertal. Mieten und Wohnungspreise werden in den meisten deutschen Städten einer Studie zufolge weiter steigen. An der Spitze liegen erneut Berlin, Hamburg, München und Frankfurt, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Dort ziehen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen inzwischen sogar kräftiger an als die Mieten. Daraus könnten spekulative Blasen entstehen, wenn die Mieten nicht aufholen, befürchten die Experten. Eine deutlich schwächere Entwicklung erwartet das Institut dagegen im Ruhrgebiet.

Durchschnittlich legten die Wohnungspreise in Großstädten der Studie zufolge in den vergangenen fünf Jahren jährlich um 6,5 Prozent zu. In München sind die Preise doppelt so hoch wie im Durchschnitt. In Berlin dagegen lagen sie bis Ende 2010 etwa im Schnitt, stiegen seitdem aber stark an.

In zehn Städten — darunter Wuppertal, Dortmund und Duisburg — stagnierten die Preise für Eigentumswohnungen oder sanken sogar.

In den Städten mit überdurchschnittlichen Wohnungspreisen sind der Studie zufolge auch die Mieten hoch — am höchsten in München und Hamburg. Insgesamt seien die Mieten mit einem Plus von 1,8 Prozent jährlich weniger stark angestiegen als die Kaufpreise. In keiner der untersuchten Städte sind die Mieten gesunken, in wenigen sind sie mehr oder weniger konstant geblieben, zum Beispiel in Wuppertal, Duisburg und Essen.

Für 2013 erwarten die Forscher in den meisten Großstädten einen weiteren Anstieg. In Berlin, Augsburg, Hamburg, München und Nürnberg könnten die Wohnungspreise um mehr als zehn Prozent zulegen. Für das Ruhrgebiet prognostiziert das DIW konstante Preise.

Besonders in Berlin, München und Hamburg hätten sich die Wohnungspreise deutlich von den Mieten abgesetzt, erklärte das Institut. „Dahinter könnten spekulative Tendenzen stehen.“ Von einer Immobilienblase zu sprechen, sei übertrieben, betonte der Immobilienrechtler Dietrich Sammer. Die Mieten würden durch Mietspiegel stärker begrenzt als die Wohnungspreise.

Für die Studie wurden auf Basis von Immobilienanzeigen die Preis- und Mietentwicklung in 25 deutschen Großstädten untersucht.