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Bertelsmann: Liz Mohn macht Sohn zum Familiensprecher

Bertelsmann : Liz Mohn macht Sohn zum Familiensprecher

Bertelsmann-Gesellschafterin Liz Mohn übergibt das Amt der Familiensprecherin in der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft an ihren Sohn Christoph Mohn. Das teilte der Bertelsmann-Konzern am Freitag in Gütersloh mit.

Zuvor hatte der „Spiegel“ berichtet.

Die 79-Jährige ist seit 2002 Familiensprecherin in dem Gremium, das die Aktionärsinteressen der gemeinnützigen Bertelsmann Stiftung und der Familie Mohn wahrnimmt.

Der Übergang erfolgt den Angaben zufolge zum 21. Juni - an dem Tag wird Liz Mohn 80 Jahre alt. Christoph Mohn, der bereits Aufsichtsratsvorsitzender von Bertelsmann und Mitglied im Lenkungsausschuss der Bertelsmann Verwaltungsgesellschaft (BVG) ist, wird neben dem Amt des Familiensprechers auch Vorsitzender des Lenkungsausschusses. Liz Mohn bleibt mit der Übergabe der Ämter Mitglied dieses Ausschusses sowie auch Mitglied im Bertelsmann-Aufsichtsrat.

Christoph Mohn ist bei Bertelsmann bereits seit 2013 eng eingebunden. Als Aufsichtsratschef kontrolliert er seit acht Jahren den Bertelsmann-Vorstand um den Vorsitzenden Thomas Rabe, der seit 2012 den Konzern leitet. Beide Manager sind ein Jahrgang. In die gemeinsame Zeit fiel der Umbau des Unternehmens. Rabe fokussierte sich im Zusammenspiel mit Christoph Mohn auf digitale Wachstumsgeschäfte, Bildung, aber auch Zukäufe im Buchbereich. Mit der Buchverlagsgruppe Penguin Random House besitzt Bertelsmann heute den größten Publikumsverlag der Welt.

Christoph Mohn hat in Münster Betriebswirtschaft studiert. Zum Anfang seiner Manager-Laufbahn war er für die Bertelsmann Musik Group (BMG) in New York. Es folgten Stationen bei der Unternehmensberatung McKinsey (bis 1996), Telemedia (1996) und von 1997 bis 2009 als Vorstandsvorsitzender bei Lycos Europe. In der Zeit musste er das Aus des Internetportals verkünden. Der Familienvater ist mit Shobhna Mohn verheiratet, die zum erweiterten Management im Team von Thomas Rabe zählt.

Der Bertelsmann-Konzern hat weltweit mit mehr als 132.000 Mitarbeitern im Jahr 2020 rund 17,3 Milliarden Euro umgesetzt. Zum Konzernverbund gehören neben Penguin Random House unter anderem die Fernsehgruppe RTL Group, der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr, das Musikunternehmen BMG und der Dienstleister Arvato. Den größten Anteil der Umsätze steuert im Konzern RTL bei, gefolgt von Arvato. An der börsennotierten RTL Group hält Bertelsmann 75 Prozent.

Eigentümer von Bertelsmann sind zum Großteil Stiftungen, darunter die Bertelsmann Stiftung. Die Familie Mohn hält die restlichen Anteile von knapp 20 Prozent.

"Spiegel"-Bericht

© dpa-infocom, dpa:210611-99-952823/4

(dpa)