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Kleine Kinder lassen die Kassen klingeln

Kleine Kinder lassen die Kassen klingeln

Das Geschäft mit dem Nachwuchs bewegt Milliarden. Deutsche geben für eine Baby-Erstausstattung 1300 Euro aus.

Köln. Das sehnsüchtig erwartete Baby von Prinz William und Herzogin Kate ist inzwischen da. Und die Babyausstattung für den Thronfolger dürfte üppig sein. Aber auch Otto Normalverbraucher macht für sein Wunschkind so einiges locker. Für Industrie und Handel bedeuten die kleinen „Prinzen“ und „Prinzessinnen“ ein Milliardengeschäft. Von dem Umsatzkuchen wollen sich immer mehr ein Stück abschneiden.

Für ein Erstgeborenes stehen besonders in den ersten beiden Lebensjahren hohe Investitionen an. Hansjürgen Heinick vom Institut für Handelsforschung (IFH Köln) schätzt, dass Eltern in Deutschland im Schnitt etwa 1300 Euro für eine nagelneue Erstausstattung von der Babybadewanne über Kleidung und Kinderwagen bis zu Möbeln ausgeben.

Im dritten bis fünften Lebensjahr des Erstgeborenen werden laut einer IFH-Studie im Schnitt weitere 690 Euro für das erste Kind investiert. Dabei sind Spielsachen nicht eingerechnet. Die Ausgaben für Baby- und Kinderausstattung summierten sich in Deutschland auf 6,3 Milliarden Euro pro Jahr — Tendenz steigend.

„Gerade bei einem Wunschkind wollen Eltern nicht geizen, sondern nach außen zeigen, wir können uns das leisten“, sagt Konsumforscher Thomas Kirschmeier vom Rheingold Institut Köln. Eltern bereiteten sich mit teuren Anschaffungen für ihre Knirpse auch selbst Freude. Schließlich seien sie mit den eigenen Kindern am meisten zusammen. „Dem Baby ist es dagegen egal, ob es einen Strampler für drei Euro oder ein Markenhöschen für 30 Euro trägt, ob es mit einer alten ,Möhre’ oder einem superteuren Kinderwagen umhergefahren wird.“

Etwas später, ab dem Kindergartenalter, projizierten nicht wenige Mamas und Papas außerdem Dinge auf ihre Kinder, die sie sich selbst gewünscht, erträumt haben, aber sich nicht leisten konnten oder erreicht haben. „Der gute alte Spruch ,Du sollst es genauso gut oder sogar mal besser haben’, gilt immer noch“, meint Kirschmeier.

Neben der Vielfalt der Produkte nimmt die Vielfalt der Anbieter zu, stellt das IFH für die Baby- und Kinderausstattung fest. Bei Kleidung etwa spielten Modeketten wie C&A und H&M oder Discounter wie Aldi eine Rolle. Auch Drogeriemärkte wie dm mischten bei Kinderbekleidung kräftig mit.