Hochtief schreibt rote Zahlen

Hochtief schreibt rote Zahlen

Bauprimus nach Übernahme nicht mehr top.

Essen. Kein leichter Job für den neuen Mann an der Spitze des Essener Bauriesen Hochtief: Frank Stieler muss morgen eine tiefrote Bilanz für den seit dem Sommer mehrheitlich zum spanischen Konkurrenten ACS gehörenden Konzern vorlegen.

Bereits Ende Januar hatte das Unternehmen angekündigt, noch tiefer als erwartet in die Verlustzone gerutscht zu sein. Der Konzernverlust soll bei 160 Millionen Euro liegen. Neben Abschreibungen bei der australischen Tochter Leighton belasteten Abfindungszahlungen an Ex-Manager den Gewinn. Stieler-Vorgänger Herbert Lütkestratkötter hatte für 2010 noch einen Gewinn von 288 Millionen Euro vorgelegt.

„Das ist der normale Kater nach einer Übernahmeschlacht“, stellte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz fest. Die Übernahmeschlacht habe viel Geld gekostet, und allein die Abfindung für ausscheidende Führungskräfte habe sich auf „deutlich mehr als 35 Millionen Euro“ summiert.

Als Favorit des Mehrheitsaktionärs ACS war Stieler im Mai 2011 an die Konzernspitze aufgerückt. Vorangegangen war eine spektakuläre Übernahmeschlacht, bei der sich der spanische Angreifer gegen den Widerstand der damaligen Konzernspitze durchsetzen konnte.