Hacker knacken Fritzbox: Teure Telefonate nach Afrika geführt

Hacker knacken Fritzbox: Teure Telefonate nach Afrika geführt

Unbekannten gelingt es, Anschlüsse zu kapern.

Düsseldorf. Hackern ist es in den vergangenen Tagen gelungen, Telefonanschlüsse zu kapern und ohne Wissen der Inhaber teure Telefonate in afrikanische Länder zu führen. Dabei konnten die Angreifer in die Einstellungen von Fritzbox-Routern des Berliner Herstellers AVM vordringen. Etwa die Hälfte der deutschen Internet-Router sind Fritzboxen. Betroffene berichten in Internetforen über angefallene Kosten im vierstelligen Euro-Bereich.

AVM bestätigte unserer Zeitung Hinweise auf eine missbräuchliche Telefonnutzung der Fritzbox. Das Unternehmen spricht von aktuell „einigen Dutzend Fällen“, die bekannt seien. „Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zu dem kürzlich vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik veröffentlichten Diebstahl von 16 Millionen digitalen Identitäten“, sagt AVM-Sprecherin Doris Haar.

In den bekanntgewordenen Fällen sei ein kostenpflichtiger Mehrwertdienst eingerichtet worden. Bei diesem verdient der Angerufene an jedem Anruf mit. Betroffen seien nur Kunden, die einen Fernzugriff auf ihrem Router eingerichtet hätten. Das Problem: Sie verwendeten dort die gleichen Zugangsdaten wie für die Fritzbox selbst.

AVM empfiehlt Fritzbox-Nutzern, die den Fernzugriff oder den My-Fritz-Dienst des Unternehmens benutzen, ihre Passwörter zu ändern und insbesondere unterschiedliche zu wählen. Alle im Einsatz befindlichen Rechner sollten zudem auf Schadsoftware, zum Beispiel Trojaner, überprüft werden.

Unitymedia als einer der betroffenen Telefonanbieter rät dazu, die in der Fritzbox eingerichteten Telefongeräte zu überprüfen. Die Hacker hatten dort offensichtlich ein weiteres angemeldet. Das Unternehmen spricht von „einer begrenzten Anzahl“ von Kunden, die betroffen seien. In Internetforen berichten Nutzer von Aussagen, dass die angefallenen Kosten nicht berechnet würden. Unitymedia erklärt, jeder Einzelfall werde geprüft.

Ob man betroffen ist, kann über einen an die Fritzbox angeschlossenen Computer überprüft werden. Hierzu im Internet-Browser „http://fritz.box“ eingeben und anmelden.

Mehr von Westdeutsche Zeitung