Galeria Kaufhof informiert über Stellenabbau - Das fordert der Betriebsrat

Handel : Galeria Kaufhof informiert über Stellenabbau - Das fordert der Betriebsrat

Kaufhof-Mitarbeiter sollen bundesweit über Stellenabbau informiert werden. Gewerkschaft und Betriebsrat haben Erwartungen an die Eigentümer - und fordern eine Stellungnahme zu einem möglicherweise brisanten Thema.

Die Mitarbeiter der Warenhauskette Kaufhof sind am Mittwoch erstmals über die Pläne der Geschäftsführung zum Stellenabbau in dem Unternehmen informiert worden. Bundesweit sollte es 96 Betriebsversammlungen geben, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit.

Galeria Kaufhof hatte im Januar angekündigt, 2600 Vollzeitstellen zu streichen und aus dem Flächentarifvertrag auszusteigen. Im November waren Kaufhof und Karstadt zu einem Gemeinschaftsunternehmen fusioniert worden.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Zysik forderte ein "nachhaltiges Zukunftskonzept" für Galeria Kaufhof: "Die Karstadt-Sanierung ist keine Blaupause für Galeria Kaufhof. Wir erwarten von der Unternehmensleitung den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen in den Filialen und einen Plan, wie das Unternehmen wieder in den profitablen Bereich geführt werden kann. Dazu ist eine Aufteilung der Beschäftigten in Verkäuferinnen und Verräumer nicht notwendig.“

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger warnte die neuen Besitzer: "Wenn Geld der Beschäftigten für Sanierungsphasen gefordert wird, dann höchstens als Investition und nicht als dauerhafte Spende." Die Rückzahlung des Geldes zu einem bestimmten Zeitpunkt müsse mitgedacht werden.

Ein Eigentümer übernehme mit dem Erwerb eines Unternehmens nicht nur Immobilien, sondern vor allem die Verantwortung für die Menschen, die dort arbeiten, erklärte Nutzenberger.

Verdi erwarte in diesem Zusammenhang eine Stellungnahme zu Medienberichten, wonach der Kaufhof-Besitzer HBC bei der Übernahme die meisten Warenhausimmobilien aus dem Unternehmen herausgelöst habe, sie zum Teil an Joint Venture Partner verkauft habe und Kaufhof seitdem mit höheren Mieten im zweistelligen Millionenbereich ausbeute.

(AFP)
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