Fressnapf setzt auf Tierärzte und Hundeschulen

Fressnapf setzt auf Tierärzte und Hundeschulen

Europas Marktführer für Heimtierbedarf will mit mehr Service weiter wachsen.

Krefeld. Von der Krise in vielen Euro-Ländern spürt die Fressnapf-Gruppe bislang nichts. „Wenn die Menschen sparen müssen, dann nicht zuerst bei ihren Heimtieren“, sagte Firmengründer und Inhaber Torsten Toeller bei der Bilanzvorlage in Krefeld. Mit einem Umsatz von 1,46 Milliarden Euro (plus sieben Prozent) festigte Fressnapf 2012 seine Position als Europas führender Händler für Tiernahrung und Zubehör.

Toeller kündigte einen Strategiewechsel an. Den besten Preis zu haben, reiche nicht mehr. „Fressnapf steht künftig für Erlebniskauf mit lebenden Tieren. Und wir wollen noch mehr Service bieten“, so der 46-Jährige. Konkret geht es um Zusatzangebote in den Märkten: Tierarztpraxen, Hundefriseure und Hundeschulen.

Mit Blick auf einzelne Tierarten hob Toeller Katzen hervor. „Katzenliebhaber geben mehr Geld aus als andere“, sagte der Firmenchef.

Die Zahl der Mitarbeiter soll in diesem Jahr in Europa um etwa 500 auf deutlich über 10 000 wachsen. In Deutschland beschäftigt Fressnapf mehr als 7000 Menschen, davon etwa 1000 am Firmensitz in Krefeld. Dort will Toeller in den nächsten drei Jahren rund 50 Millionen Euro investieren. Im Fokus stehen die Erweiterung der Logistikflächen und die „Digitalisierung des Unternehmens“.

Zahlen zum Ertrag nannte Toeller nicht. Er bezeichnete sein Unternehmen allerdings als „sehr profitabel“. Dies gilt seinen Angaben zufolge aber nicht für das Online-Geschäft. Dort investiere er viel Geld. Ab wann sich das rechne, sei schwer zu sagen.

Ende 2012 verfügte Fressnapf in Europa über 1240 Märkte, davon 823 in Deutschland. Während die Filialen im Ausland alle direkt der Gruppe gehören, werden die Märkte hierzulande überwiegend von Franchisepartnern betrieben. Nachdem 2012 die erste Filiale in Polen eröffnet wurde, stehen weitere Länder zunächst nicht auf dem Programm.

Mehr von Westdeutsche Zeitung