Ermittlungen gegen Bayer wegen Iberogast

Frau starb an Leberversagen : Ermittlungen gegen Bayer wegen Iberogast

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen den Pharmakonzern Bayer wegen des Arzneimittels Iberogast. Eine Frau starb an Leberversagen. Der Konzern soll zu spät auf Risiken hingewiesen haben.

Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen den Pharmakonzern Bayer. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, wird dem Unternehmen vorgeworfen, nicht vor möglichen Leberschäden durch das Produkt Iberogast gewarnt zu haben.

Schon seit 2008 habe das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) immer wieder auf mögliche Risiken des Iberogast-Bestandteils Schöllkraut hingewiesen. 50 Fallberichte aus Deutschland haben dem Institut vorgelegen, bei denen ein Zusammenhang zwischen Leberschäden und Schöllkraut in konsumierten Präparaten vermutet wurde. Die Behörde hatte Bayer aufgefordert, entsprechende Hinweise in die Beipackzettel zu schreiben, der Konzern sah dafür lange keinen Anlass; eine toxische Wirkung sei nicht nachgewiesen.

Der Iberogast-Hersteller, zu jener Zeit noch Steigerwald, legte Widerspruch gegen die Aufforderung ein. Inzwischen ist Bayer der Produzent des Mittels - auch dieses Unternehmen hatte eine Ergänzung des Beipackzettels lange verweigert.

Erst Mitte 2018, nachdem eine Patientin an Leberversagen und inneren Blutungen gestorben war, habe das Unternehmen die Beipackzettel angepasst. Es ist der zweite Fall von Leberversagen mit Lebertransplantation, der letztlich tödlich endete.

„Wir stehen unverändert zu dem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis von Iberogast in den zugelassenen Indikationen“, hieß es von Bayer im September 2018. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen möglicher fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Red/dpa

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