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Düsseldorfer Energiekonzern Uniper fürchtet die feindliche Übernahme

Düsseldorfer Energiekonzern Uniper fürchtet die feindliche Übernahme

Der Düsseldorfer Energiekonzern lehnt auch das neuerliche Angebot des finnischen Unternehmens Fortum ab.

Düsseldorf. Nein, danke. Das war auch nach einer weiteren intensiven Prüfung die Antwort des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper auf ein Angebot des finnischen Stromversorgers Fortum, der Uniper im Juli dieses Jahres erstmals ein Angebot zu dessen Übernahme unterbreitet hatte. „Wir sind zu dem Ergebnis gelangt, dass auch das erneute Angebot von Fortum aus Uniper-Sicht wirtschaftlich und strategisch nicht überzeugend ist“, machte der Vorstandsvorsitzende Klaus Schäfer am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf deutlich. „Wir lehnen das Angebot daher ab.“

Die Hintergründe der Übernahmepläne durch Fortum sind komplex: Eingebrockt hatte Uniper die Suppe sein früherer Mutterkonzern Eon, aus dem Uniper 2016 hervorgegangen ist. So hatte die Eon ihre früheren Geschäftsfelder Wasser, Kohle und Strom abgespalten, woraufhin Uniper sich als eigenständiges Unternehmen mit diesen Segmenten konstituierte. Hielt Eon vormals rund 87 Prozent der Aktien an Uniper, war von vornherein klar, dass der Essener Großinvestor seine Anteile irgendwann verkaufen würde. Nach Eons eigenem Bekunden sollte dies „mittelfristig und marktschonend“ geschehen. Darunter hatte man sich bei Uniper allerdings etwas anderes vorgestellt, als Fortum auf einen Schlag satte 47 Prozent der Uniper-Aktien anzubieten — das finnische Unternehmen hat damit auch eine Mehrheit in der Hauptversammlung. „Natürlich wäre uns lieber gewesen, die Aktien wären breit platziert worden“, so Schäfer.

In Düsseldorf ist man nach wie vor äußerst skeptisch, dass Fortum ausschließlich hehre Absichten hegt und die geschäftliche Eigenständigkeit von Uniper erhalten will. Aufsichtsrat und Vorstand wittern die „feindliche Übernahme“ aus Nordeuropa, da das acht Milliarden schwere Angebot nicht im Interesse von Uniper, ihrer Stakeholder, Mitarbeiter und Aktionäre sei. Letzteren empfiehlt das Unternehmen daher klar, die Offerte nicht anzunehmen.

Die Fallstricke liegen laut Uniper im Kleingedruckten: „Das Angebot von Fortum spiegelt nicht den tatsächlichen Wert von Uniper wider“, moniert Klaus Schäfer. Der Angebotspreis von 21,31 Euro pro Aktie bilde nicht das Potenzial des Unternehmens ab — die negative Entscheidung sei einstimmig gefallen.

Dennoch zeigt man sich in Düsseldorf weiterhin gesprächsbereit: Mit Fortum-Chef Pekka Lundmark habe Schäfer persönlich bereits „konstruktive Gespräche“ geführt, ,man wolle weiter im engen Austausch über die künftige Beziehung beider Unternehmen miteinander bleiben. Dabei geht es Uniper vor allem darum, eine Zerschlagung des Unternehmens durch Fortum zu verhindern.

Fest steht: Anfang 2018 will Fortum Eon den verbliebenen Anteil von 47 Prozent zum Preis von 22 Euro pro Aktie abkaufen. Gesamtkostenpunkt: 3,8 Milliarden Euro.