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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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EU-Richter: Mehrfach befristete Arbeitsverträge zulässig

Luxemburg (dpa) - Befristete Arbeitsverträge dürfen mehrfach hintereinander verlängert werden, wenn es dafür einen sachlichen Grund gibt. Der Europäische Gerichtshof entschied am Donnerstag in Luxemburg, solche wegen Vertretungsbedarfs befristeten Arbeitsverträge könnten auch dann erlaubt sein, wenn sich dieser Bedarf „als wiederkehrend oder sogar ständig erweist“. Das höchste EU-Gericht war vom Bundesarbeitsgericht angerufen worden. Dabei geht es um die Klage einer Frau, die zwischen 1996 und 2007 mit insgesamt 13 befristeten Arbeitsverträgen in der Geschäftsstelle des Amtsgerichts Köln beschäftigt wurde. Die Frau wurde jeweils als Vertretung für vorübergehend fehlende Mitarbeiter eingesetzt, beispielsweise für Kolleginnen im Erziehungsurlaub. Sie hatte auf Festanstellung geklagt.

US-Notenbank flutet die Märkte noch jahrelang mit Billiggeld

Washington (dpa) - Die US-Notenbank Fed will die Märkte noch für Jahre mit extrem billigen Geld versorgen. Wirtschaftslage wie auch Inflationserwartungen rechtfertigten es, dass der Leitzins bis mindestens Ende 2014 auf „außergewöhnlich niedrigem Niveau“ bleibt, teilte die Fed am Mittwoch nach der Sitzung des Offenmarktausschusses mit. Den Börsen gab die Ankündigung am Donnerstag deutlich Auftrieb. Bislang war von Niedrigzinsen lediglich bis Mitte 2013 die Rede gewesen. Die Zentralbank hatte den Leitzins inmitten der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise im Dezember 2008 auf die beispiellose Spanne zwischen 0,0 und 0,25 Prozent gedrückt. Sie unterstrich, dass sie an einer „sehr lockeren Geldpolitik“ festhalten wolle - eine neue Formulierung in Presseerklärung der Notenbank.

480-Milliarden-Rettungsfonds für Banken reaktiviert

Berlin (dpa) - Banken können in diesem Jahr notfalls auch mit Hilfe des Staates die höheren Kapitalanforderungen erfüllen. Der Bundestag beschloss am Donnerstag gegen die Stimmen der Opposition, den 2010 stillgelegten Bankenrettungsfonds Soffin im Umfang von 480 Milliarden Euro zu reaktivieren. Die Neuauflage m Zuge der Euro-Staatsschuldenkrise ist bis Ende 2012 befristet. Aus Sicht von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) werden die großen deutschen Banken die staatliche Hilfe voraussichtlich gar nicht nutzen müssen. Sie müssten die Kapitallücken bis zum Sommer zunächst aus eigener Kraft stemmen: „Es sieht danach aus, dass die deutschen Banken das auch schaffen.“ Mit dem

Auch Schlecker-Tochter IhrPlatz meldet Insolvenz an

Ehingen/Osnabrück (dpa) - Die Schlecker-Tochter IhrPlatz folgt der Mutter in die Insolvenz. Das Osnabrücker Unternehmen habe beim Amtsgericht Ulm einen entsprechenden Antrag eingereicht, sagte ein Schlecker-Sprecher am Donnerstag. Betroffen seien rund 650 Filialen und 5800 Mitarbeiter. Die IhrPlatz-Beschäftigten wurden am Morgen informiert. Am Montag hatte Schlecker selbst Insolvenz angemeldet. IhrPlatz und die Auslandsgeschäfte waren zunächst außen vor geblieben. Das Osnabrücker Unternehmen befinde sich in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Schlecker, begründete der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz den Schritt. Die Tochter solle Teil der Restrukturierung werden, deren Ziel der Erhalt des Gesamtunternehmens sei.

Nokia macht Verluste - Eine Million Lumia-Smartphones abgesetzt

Espoo/Helsinki (dpa) - Der einst souveräne Handy-Marktführer Nokia kämpft weiter mit roten Zahlen und sinkenden Verkäufen, kann aber erste kleine Erfolge für seine neuen Lumia-Smartphones melden. Kurz nach den Mega-Erfolgszahlen des US-Rivalen Apple mit dem iPhone mussten die Finnen am Donnerstag einen Verlust von 1,1 Milliarden Euro für das letzte Quartal 2011 bekanntgeben. Der Umsatz ging um gut ein Fünftel auf zehn Milliarden Euro zurück. Vom dem Ende November herausgekommenen Smartphone Lumia mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone setzte Nokia bisher „gut eine Million“ Geräte ab, hieß es aus der Konzernzentrale in Espoo weiter.

Griechenland und Banken arbeiten an Schuldenschnitt-Kompromiss

Athen/Washington (dpa) - Griechenland und seine privaten Geldgeber arbeiten weiter mit Hochdruck an einer Kompromisslösung zum geplanten Schuldenschnitt für das pleitebedrohte Land. Der Chef des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara, sollte am Donnerstagabend mit Regierungschef Lucas Papademos und Finanzminister Evangelos Venizelos zusammentreffen. Athen sei optimistisch, dass die Gespräche über den Schuldenschnitt bis zum Wochenende oder spätestens Anfang kommender Woche abgeschlossen werden können, hieß es seitens des Finanzministeriums.

Verbraucher zum Jahresauftakt optimistisch

Nürnberg/Berlin (dpa) - Deutsche Verbraucher sind optimistisch ins neue Jahr gestartet und rechnen auch in den kommenden Monaten mit einer wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung. In Erwartung steigender Einkommen haben sich die Menschen zum Jahresauftakt auch wieder etwas kauffreudiger gezeigt, berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag bei der Veröffentlichung ihrer Konsumklimastudie für Januar. Der Konsumklimaindex dürfte daher nach GfK-Einschätzung im Februar von 5,7 auf 5,9 Punkte steigen. Auch im laufenden Jahr werde der private Konsum eine wichtige Konjunkturstütze bleiben.

Im Januar wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose

Nürnberg (dpa) - Die Arbeitslosigkeit in Deutschland hat nach Experteneinschätzung im Januar zum ersten Mal seit neun Monaten wieder über der Drei-Millionen-Marke gelegen. Zum Jahresauftakt seien etwa 3,09 Millionen Männer und Frauen ohne Arbeit gewesen, berichteten Konjunkturforscher und Volkswirte deutscher Großbanken am Donnerstag in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Dies wären rund 310 000 mehr als im Dezember 2011, aber knapp 260 000 weniger als vor einem Jahr. Der Arbeitsmarktaufschwung habe sich auch im Januar fortgesetzt, betonten die Fachleute einmütig. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am kommenden Dienstag (31. Januar) bekanntgeben.

Loewe erwartet Ergebnisverbesserung - „Dynamik im Markt“

Kronach (dpa) - Das angeschlagene Unterhaltungselektronik-Unternehmen Loewe ist im vergangenen Geschäftsjahr operativ noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen aus dem oberfränkischen Kronach sieht nun aber „Dynamik im Markt“, da Fernsehen und Internet in den Haushalten immer mehr verschmelzen. Mit einer neuen Produktlinie will Loewe vor allem jüngere Kunden ansprechen. Der Markt für Unterhaltungselektronik im Premiumsegment biete mittelfristig gute Chancen, teilte Loewe am Donnerstag mit. Für 2012 erwarte man deshalb ein Umsatzwachstum und eine „deutliche Ergebnisverbesserung“. So sei bereits im vierten Quartal 2011 ein positives Ergebnis erzielt worden. Dazu beigetragen habe die erfolgreiche Markteinführung von Audio-Produkten, sagte Vorstandschef Oliver Seidl.

Dax baut Gewinne kräftig aus - Hoffnung auf Griechenland

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Donnerstag dank neuer Hoffnungen auf eine Einigung in Griechenland und guter US-Auftragsdaten seine Gewinne kräftig ausgebaut. Der Dax stieg bis zum Nachmittag um 1,83 Prozent auf 6539 Punkte. Damit notierte der Leitindex auf dem höchsten Stand seit August. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 1,92 Prozent auf 10 014 Punkte hoch, womit er - ebenfalls erstmals seit August - wieder die Marke von 10 000 Punkten übersprang. Der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,11 Prozent auf 748 Punkte. Der Euro legte ebenfalls zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3145 (Mittwoch: 1,2942) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7607 (0,7727) Euro.