Die EU setzt den Boni für Banker Grenzen

Die EU setzt den Boni für Banker Grenzen

Zu dem Reformpaket gehören auch Regeln, um die Institute krisenfester zu machen.

Brüssel. Vertreter des EU-Parlaments und der irischen EU-Ratspräsidentschaft haben sich am Donnerstag im Grundsatz auf eine Deckelung von Bonuszahlungen an Spitzenbanker geeinigt.

Vor allem Investmentbanker. Wer an den Kapitalmärkten das große Rad dreht, wird oft mit üppigen Prämien belohnt. Ein inzwischen gefeuerter Zinsspekulant der Deutschen Bank häufte 80 Millionen Euro Bonusansprüche für 2008 an. Ihm stand per Vertrag ein fester Prozentsatz der von ihm erzielten Spekulationsgewinne zu. Die Hälfte der Rekordsumme behielt die Bank ein, weil gegen den Mann wegen Manipulation ermittelt wird. Dass Investmentbanker deutlich mehr verdienen als die Chefs eines Konzerns, ist keine Seltenheit.

Der Bonus darf künftig im Normalfall nicht höher sein als das Grundgehalt. In Ausnahmefällen können die Banken ihren Topleuten eine Prämie in doppelter Höhe des Grundgehalts zahlen. Dem müssen jedoch die Eigentümer der Bank zustimmen, bei börsennotierten Instituten in einer Hauptversammlung. Eine absolute Grenze für Boni ist aber nicht vorgesehen — je höher das Festgehalt eines Bankers, desto höhere Prämien sind möglich.

Jahrelang argumentierte die deutsche Industrie, sie müsse bei der Bezahlung ihres Spitzenpersonals mit dem Ausland Schritt halten, um nicht die besten Köpfe zu verlieren. Inzwischen gehören Deutschlands Top-Manager zu den Spitzenverdienern in Europa. Laut einer Studie kassierten Konzernlenker in Deutschland 2011 im Schnitt 4,3 Millionen Euro. Besser dran waren nur ihre britischen Kollegen, die knapp ein Viertel mehr erhielten.

Boni gelten als Mitauslöser der Krise, weil sie Banker zu Risiken verleiteten.

Viele Banken strecken die Auszahlung von Boni heute länger. Das soll den Anreiz für waghalsige Zockereien nehmen.

Banken müssen mehr und besseres Kapital vorhalten, um Krisen künftig besser begegnen zu können. Bislang müssen die Institute acht Prozent Eigenkapital halten. Dies soll schrittweise mit einem sogenannten Puffer auf 10,5 Prozent steigen.

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