Die deutsche Wirtschaft startet durch

Die deutsche Wirtschaft startet durch

Der Konjunkturmotor brummt trotz der Euro-Schuldenkrise. 2013 wird das Wachstum bei zwei Prozent liegen.

Berlin. Deutschland trotzt der Schuldenkrise und bleibt Wirtschafts-Supermacht in Europa. Die führenden Forschungsinstitute trauen der Wirtschaft in ihrem Frühjahrsgutachten zu, nach einem Mini-Wachstum von 0,9 Prozent im laufenden Jahr bereits 2013 wieder zwei Prozent oder mehr zu schaffen. Davon können viele Euro-Länder nur träumen. Deutsche Unternehmen seien so wettbewerbsfähig wie noch nie in den vergangenen drei Jahrzehnten, betonten die Ökonomen am Donnerstag.

Durch das Wachstum hält der Boom am Arbeitsmarkt an. Die Zahl der Erwerbstätigen wird im laufenden Jahr um 470 000 steigen, im nächsten Jahr voraussichtlich um weitere 325 000 auf fast 42 Millionen. Die Forscher erwarten, dass die Arbeitslosenzahl im Jahresschnitt 2012 auf 2,794 Millionen und 2013 auf 2,623 Millionen zurückgeht.

Die Arbeitnehmer können erneut mit steigenden Löhnen rechnen — das Plus im Portemonnaie wird aber durch die beachtliche Teuerungsrate geschwächt. Die Ökonomen sagen zwar einen erneut kräftigen Anstieg der Tariflöhne von durchschnittlich 2,5 Prozent (2012) und 2,9 Prozent (2013) voraus. Die Inflation dürfte aber bei rund 2,3 Prozent liegen.

Oliver Holtemöller vom Institut für Wirtschaftsforschung Halle sagte: „Für die europäische Wirtschaft ist es doch nahezu ein Glücksfall, dass Deutschland die Eurozone stützt.“ Die Institute halten es für denkbar, dass Deutschland in den kommenden Jahren seinen Wettbewerbsvorsprung massiv ausbaut.

Die Stärke der Wirtschaft hilft auch bei der Sanierung der Staatsfinanzen. Der Bund könne in ein, zwei Jahren ohne neue Schulden auskommen oder sogar leicht im Plus liegen, sagte Roland Döhrn vom Wirtschaftsinstitut RWI.

Die Euro-Schuldenkrise bleibt nach Ansicht der Wirtschaftsinstitute allerdings eine Gefahr für die Konjunktur. Vor allem in Italien, Irland und Spanien sei eine dauerhafte Stabilisierung nur möglich, wenn die Reformen griffen und es nicht zu neuen Vertrauensverlusten an den Finanzmärkten komme. Red