Devisen: Euro geht nach US-Arbeitsmarktbericht auf Berg- und Talfahrt

Devisen: Euro geht nach US-Arbeitsmarktbericht auf Berg- und Talfahrt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt haben den Euro zum Wochenausklang auf Achterbahnfahrt geschickt. Die bereitsangeschlagene Gemeinschaftswährung fiel am Freitagnachmittag kurz auf ein neuesJahrestief von 1,2288 US-Dollar.

Danach hob eine kräftige - nach Einschätzungvon Experten und Händlern jedoch vor allem technisch bedingte - Gegenbewegungden Kurs um mehr als 1,5 Cent in die Höhe. Bis zuletzt büßte der Euro wiedermehr als einen halben Cent ein und notierte bei 1,2383 Dollar. Die EuropäischeZentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,2322 (Donnerstag:1,2403) Dollar festgesetzt.

Nachdem es bis zum Nachmittag so ausgehen hatte, als würde die Euro-Talfahrtder Vortage fortgesetzt, kam es im Zuge der US-Konjunkturdaten zu einerkräftigen Kurserholung. Der Arbeitsmarktbericht fiel jedoch schwächer aus alserwartet. Die im Vergleich zum Dollar als riskanter betrachtete europäischeGemeinschaftswährung wurde durch die schlechten Nachrichten zunächst belastet.Technische Faktoren wie automatische Kauforders, die bei Unterschreiten derMarke von 1,23 Dollar ausgelöst wurden, gaben dem Euro dann jedoch laut Expertenkräftigen Auftrieb. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete zudem vonGerüchten über Anleihekäufe der EZB, die den Kurs trieben.

Devisenexperte Alan Ruskin von der Deutschen Bank nannte möglichegeldpolitische Reaktionen der US-Notenbank als weiteren Grund: "Wir sind amPunkt angekommen, wo das schwache Wachstum die Fed zur quantitativen Lockerungzwingen könnte." Die Aussicht auf ein neues Anleihekaufprogramm könnte Anlegeraus dem Dollar treiben. Doch auch der Druck auf den Euro bleibt hoch. Währenddie Sorgen um die Zukunft Griechenlands im Währungsverbund und dieangeschlagenen spanischen Banken nicht abnehmen, trüben sich auch dieKonjunkturaussichten immer weiter ein. Die Stimmung unter den Einkaufsmanagernist mittlerweile so schlecht wie zuletzt während der tiefen Rezession Mitte2009.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einenEuro auf 0,80500 (0,79990) britische Pfund , 96,25 (97,66) japanischeYen und 1,2008 (1,2010) Schweizer Franken fest. InLondon wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.606,00(Vortag:1.558,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 39.830,00 Euro(39.920,00 Euro).

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