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Das deutsche Jobwunder

Das deutsche Jobwunder

Erwerbslosigkeit auf niedrigstem April-Stand seit 19 Jahren.

Nürnberg. Die Jobchancen von Arbeitslosen werden sich nach Einschätzung von Experten in diesem Jahr weiter verbessern. Zwar gebe es konjunkturelle Risiken, dennoch deute derzeit nichts auf eine Eintrübung des Arbeitsmarktes hin, sagte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise.

Im April hatte sich die Zahl der Erwerbslosen dank der Frühjahrsbelebung und der stabilen Konjunktur um 132 000 auf 3,078 Millionen verringert. Die April-Arbeitslosigkeit rutschte auf den niedrigsten Stand seit 19 Jahren. Die Arbeitslosenquote nahm seit März um 0,3 Punkte auf 7,3 Prozent ab. Auch die Zahl der Arbeitslosen in NRW ist gesunken. Im April waren 749 597 Menschen ohne Arbeit — 12 900 weniger als im März und 56 561 weniger als vor einem Jahr.

Überrascht zeigte sich Bundesagentur-Chef Frank-Jürgen Weise über die rasche Erholung nach der Krise: „Noch im ersten Halbjahr 2009 war die Arbeitslosigkeit wegen der Wirtschaftskrise stark gestiegen. Jetzt haben wir einen der niedrigsten Aprilstände seit der Wiedervereinigung.“

Einige Bedenken gäbe es allerdings: Die restriktive Sparpolitik von Bund, Ländern und Kommunen etwa könne negativ auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. „Damit werden die Handlungsmöglichkeiten für Investitionen eingeschränkt“, sagte Weise.

Auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mahnte zur Wachsamkeit. Es bleibe abzuwarten, ob die Ereignisse im Euro-Raum, in Nordafrika und der arabischen Welt, oder in Japan, die deutsche Wirtschaft beträfen. „Im Augenblick ist der Arbeitsmarkt jedoch aufnahmefähig wie ein Schwamm.“

Wie gut der deutsche Arbeitsmarkt die erwarteten Zuwanderer durch die ab 1. Mai geltende Freizügigkeit verkraften kann, zeigt nach Ansicht von Weise der seit Monaten andauernde Zuwachs bei den Arbeitsplätzen. So sei die Zahl der Erwerbstätigen im März um 141 000 auf 40,51 Millionen gewachsen. Im Vergleich zum März 2010 seien 554 000 neue Jobs entstanden. Noch stärker wuchs die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Ihre Zahl stieg binnen Jahresfrist um fast 700 000 auf 27,93 Millionen im Februar. dpa