Chemieriese BASF kauft Cognis

Chemieriese BASF kauft Cognis

Übernahme: Preis: 3,1 Milliarden Euro. Zukunft der Monheimer Mitarbeiter ist „völlig unklar“.

Ludwigshafen/Monheim. Der weltgrößte Chemiekonzern BASF kauft das Spezialchemie-Unternehmen Cognis. Das Geschäft hat mit der Übernahme von Schulden und Pensionsverpflichtungen ein Volumen von 3,1 Milliarden Euro, wie BASF und Cognis mitteilten. Der reine Kaufpreis betrage 700 Millionen Euro.

Die Eigentümer von Cognis hätten bereits zugestimmt. Die Genehmigung der Kartellbehörden stehe aber noch aus. Cognis stellt Grund- und Zusatzstoffe für die Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsindustrie her. 2009 setzte das Unternehmen mit weltweit rund 5500 Mitarbeitern etwa 2,6 Milliarden Euro um und erzielte vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ein Ergebnis von 322 Millionen Euro.

Schon seit Wochen wurde spekuliert, dass Cognis von dem Chemieriesen aus Ludwigshafen übernommen wird. Cognis entstand 1999 aus der früheren Chemiesparte von Henkel und gehört seit 2001 dem Finanzinvestor Permira und der Private-Equity-Sparte von Goldman Sachs.

Unter den neuen Eigentümern, die sich wie bei "Heuschrecken" üblich die Übernahmekosten im Laufe der Zeit von der übernommenen Firma bezahlen ließen, wurde das Unternehmen mit Hauptsitz in Monheim restrukturiert. Cognis hat drei Geschäftsbereiche (Care Chemicals, Nutrition & Health, Functional Products) und stellt unter anderem Grund- und Zusatzstoffe für die Kosmetik-, Wasch- und Reinigungsindustrie her. In Deutschland arbeiten noch rund 2100 Mitarbeiter, hauptsächlich am Produktionsstandort Düsseldorf. In der Zentrale in Monheim sind rund 200 Menschen beschäftigt. Ihre Zukunft ist nach Angaben einer Firmensprecherin "völlig unklar".

"Mit dem Erwerb von Cognis stärken wir unser Portfolio mit konjunkturrobusten und ertragsstarken Geschäften", sagte BASF-Chef Jürgen Hambrecht. Mit dem Abschluss der Transaktion wird bis spätestens November gerechnet. Wenn die rechtlichen Genehmigungen vorliegen, soll Cognis in das BASF-Segment Performance Products integriert werden.