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Bundesbank sieht Wachstumspause für Wirtschaft

Bundesbank sieht Wachstumspause für Wirtschaft

Frankfurt/Main (dpa) - Die Bundesbank stimmt Deutschland auf eine Wachstumspause ein. „Für den Jahresauftakt 2012 deutet sich eine Seitwärtsbewegung der deutschen Wirtschaft an“, schreibt die Notenbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht für den Januar.

Mit einer Rezession in diesem Jahr rechnen die Experten der Bundesbank nach wie vor nicht - im Gegensatz zu einigen anderen Volkswirten. Ökonomen sprechen von einer technischen Rezession bei zwei aufeinanderfolgenden Quartalen mit negativen Wachstumsraten. Zwar geht auch die Notenbank nach den bisher vorliegenden Daten von einem schwachen Jahresende 2011 aus. Doch ihr Ausblick ist positiver.

„Das wirtschaftliche Wachstum dürfte in Deutschland im letzten Vierteljahr 2011 zum Stillstand gekommen sein. Nach dem kräftigen Anstieg der Wirtschaftsleistung im Sommer ist selbst ein leichter Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht auszuschließen“, heißt es in dem Monatsbericht. Insbesondere die Industrie habe „unter der nachlassenden globalen Wirtschaftsdynamik und den von der Staatsschuldenkrise im Euro-Raum ausgehenden Irritationen gelitten“.

Die Bundesbank weist jedoch zugleich darauf hin, dass sich der Rückgang der industriellen Aufträge in den ersten beiden Monaten des vierten Quartals 2011 gegenüber dem Vorquartal „deutlich abgeschwächt“ habe. Zudem habe sich „die Erwartung der gewerblichen Wirtschaft ... vom Zwischentief im Sommer etwas erholt“.

Für das Gesamtjahr 2011 hatte das Statistische Bundesamt ein reales BIP-Wachstum von 3,0 Prozent ermittelt. Darin ist das vierte Quartal allerdings nur als Schätzung enthalten. In Spanien erwarten die Notenbanker für 2012 einen Einbruch der Konjunktur. Nach einer Prognose der Zentralbank in Madrid wird die Wirtschaftskraft des Landes in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen.

Die Arbeitslosenquote werde infolge der Rezession auf 23,4 Prozent steigen, teilte die Bank am Montag in ihrem Quartalsbericht mit. Die wichtigste Ursache sei ein starker Rückgang der Inlandsnachfrage. Für das kommende Jahr wird wieder eine leichte Erholung erwartet.