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Baumarktkette Hornbach streicht Feuerwerk aus dem Sortiment

2020 ist Schluss : Baumarktkette Hornbach streicht Feuerwerk aus dem Sortiment

2020 ist Schluss. Die Baumarktgruppe Hornbach stellt den Verkauf von Feuerwerk und Silvesterknallern ein.

Wie in jedem Jahr kommen wenige Wochen vor dem Jahreswechsel die Diskussion um Feuerwerk und die daraus resultierenden Folgen für Tier und Umwelt auf. Doch in diesem Jahr ist alles anders. 2019 war ein Jahr, dass durch die Schülerbewegung Fridays for Future maßgeblich geprägt wurde und Städte und Kommunen mit umstrittenen Maßnahmen wie Umweltspuren darum kämpfen die Luftqualität zu verbessern.

Nun reagiert offenbar auch der Handel. Die Baumarktkette Hornbach nimmt ab dem Jahr 2020 in Deutschland und Österreich sein Feuerwerk aus dem Sortiment. Damit wird der Verkauf nun in den verbliebenen Ländern gestoppt und alle 159 Filialen werden böllerfrei. Dass dieses Jahr trotzdem noch Feuerwerk verkauft wird, hänge mit bestehenden Lieferverträgen zusammen, sagte Pressesprecher Florian Preuß dieser Zeitung. Zuerst hatte das „Straubinger Tagblatt“ darüber berichtet.

Einen nicht unerheblichen Teil der Luftverschmutzung durch Feinstaub lässt sich auf Silvesterfeuerwerk zurückführen. So werden, nach Daten des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2016, in einer einzigen Nacht 4.500 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das entspricht etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr erzeugten Schadstoffe und circa 2,25 Prozent aller Emissionen mit kleinsten Partikeln dem sogenannten PM10-Feinstaub.

Um eine aktive PR-Strategie handele es sich bei der Aktion jedoch nicht, gibt Preuß zu verstehen. Vielmehr sei es eine „Schärfung des eigenen Profils als Bau und Gartenmarkt“ mit klaren Kernkompetenzen in diesen Bereichen. Für das Unternehmen erwarte man keine nennenswerten Gewinneinbußen, da es sich lediglich um ein Randgeschäft handele von dem man sich nun distanziere.

Wie zuvor im Rahmen der Debatten um den Unkrautbekämpfer Glyphosat und Neonicotinoide die gegen Insekten eingesetzt werden, treten nun zunehmend Interessengruppen und Privatpersonen beim Thema Feuerwerk und Feinstaub an das Unternehmen heran. Hornbach werde in diesem Zusammenhang jedoch nicht unter Druck gesetzt. „Niemand setzt uns die Pistole auf die Brust“, erklärt Preuß.