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Auch Schlecker-Tochter IhrPlatz geht in die Insolvenz

Auch Schlecker-Tochter IhrPlatz geht in die Insolvenz

Ehingen/Osnabrück (dpa) - Die Schlecker-Tochter IhrPlatz folgt der Mutter in die Insolvenz. Das Osnabrücker Unternehmen habe beim Amtsgericht Ulm einen entsprechenden Antrag eingereicht, sagte ein Schlecker-Sprecher.

Betroffen seien rund 650 Filialen und 5800 Mitarbeiter.

Die IhrPlatz-Beschäftigten wurden am Morgen informiert. Am Montag hatte Schlecker selbst Insolvenz angemeldet. „Anton Schlecker muss die Karten auf den Tisch legen und Klarheit für die Beschäftigten schaffen“, sagte eine Sprecherin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Berlin. „Der Fokus muss sich mehr auf diese menschlichen Schicksale richten.“ Die Gewerkschaft und der Schlecker-Betriebsrat wollen in naher Zukunft Gespräche mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz führen.

IhrPlatz und die Auslandsgeschäfte waren bei der Schlecker-Insolvenz zunächst außen vor geblieben. Das Osnabrücker Unternehmen befinde sich aber in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Schlecker, begründete der vorläufige Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz den Insolvenzantrag für die Tochter. IhrPlatz solle Teil der Restrukturierung werden, deren Ziel der Erhalt des Gesamtunternehmens sei.

Schlecker nahm am Donnerstag den sogenannten Regelbetrieb wieder auf, nachdem sich Geiwitz und das Management am Mittwoch mit dem wichtigsten Gläubiger, der Einkaufsgemeinschaft Markant, geeinigt hatten. Das gilt auch für IhrPlatz. Dazu werde es in den kommenden Tagen auch Gespräche mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft Verdi geben.

Schlecker hat nun für die Mutter Anton Schlecker e.K., die Schlecker XL GmbH, die Schlecker Home Shopping GmbH und IhrPlatz eingereicht. Wann das erste Insolvenzverfahren eröffnet werde, sei noch offen, sagte Insolvenzrichter Benjamin Webel. Für die Auslandsgeschäfte wurde kein Insolvenzantrag gestellt.

Schlecker hatte IhrPlatz Ende 2007 übernommen. Für das Osnabrücker Traditionsunternehmen ist es schon die zweite Insolvenz. Bereits im Mai 2005 war die Kette zum Amtsgericht gegangen, hatte sich danach aber in Eigenverwaltung saniert. Damals wurden knapp 2000 Mitarbeiter entlassen und 80 Läden geschlossen.

Insgesamt sind von der Schlecker-Insolvenz inklusive der IhrPlatz-Beschäftigten mehrere zehntausend Mitarbeiter betroffen. Zur Zahl der Filialen macht Schlecker nur zurückhaltende Angaben. Die 650 Märkte der niedersächsischen Tochter seien aber in den bislang angegebenen derzeit rund 7000 Filialen enthalten.