Asiatische Airlines: Kinderfreie Zonen im Flugzeug

Asiatische Airlines: Kinderfreie Zonen im Flugzeug

Gäste können gegen Aufpreis ruhige Plätze buchen. Deutsche Fluglinien wollen nicht mitziehen.

Frankfurt. Der Streit um Kinderlärm ist von Berliner Szene-Cafés in die Flugzeuge geschwappt. In Asien sperren Fluggesellschaften inzwischen bestimmte Sitzreihen für Passagiere unter zwölf Jahren, um anderen Gästen gegen Aufpreis eine ruhigere Umgebung anzubieten. Für die deutschen Airlines ist das aber — noch — kein Vorbild.

Die vermeintlichen Kinderfeinde kommen aus dem dicht besiedelten Vielvölkerstaat Malaysia. Die dortige Gesellschaft Malaysia Airlines hatte 2011 ihre First Class zur kinderfreien Zone erklärt. Im vergangenen Jahr sperrte sie dann das komplette Oberdeck des Riesenjets Airbus A 380 mit Business- und Economy-Sitzen für die jungen Fluggäste. Die Airline argumentierte, im Hauptdeck gebe es mehr Toiletten, und Familien mit Kindern könnten dort schneller einsteigen.

Jüngst zog der malaysische Billigflieger Air Asia X, der allerdings nicht mehr nach Europa fliegt, nach: Die ersten sieben Economy-Reihen der Air-Asia-Jets sind für Kinder unter zwölf Jahren tabu. Erwachsene, die in der ruhigen Zone sitzen wollen, müssen einen Aufschlag zahlen. Die Airline verspricht „Frieden und Stille“ für ein paar Euro und verbannt die Familien in den hinteren Flugzeugteil. In Internet-Foren findet sich neben Empörung auch viel Zustimmung zum „Fliegen ohne Kindergeschrei“ und einige Kritik an Eltern, die ihren Nachwuchs nicht im Griff hätten.

Der Hamburger Luftverkehrsexperte Cord Schellenberg sieht im Vorgehen der malaysischen Gesellschaften dennoch keinen globalen Trend. In Nordamerika und Europa seien die Gesellschaften sehr sensibel gegen Diskrimierungen, so dass für die Fluggesellschaften keine Möglichkeit bestehe, die mitfliegenden Kinder schlechter zu behandeln als andere Fluggäste. „Ein Großteil der Gäste würde das als sehr unfreundlich empfinden und nicht auf Dauer mit einer solchen Airline fliegen wollen.“

Die deutschen Fluggesellschaften versichern, es gebe keine Pläne für kinderfreie Zonen. „Bei uns gibt es keinerlei Überlegungen in diese Richtung“, sagt eine Sprecherin von Air Berlin. Auch beim Marktführer Lufthansa gibt es keine Tabu-Zonen für junge Passagiere. „Das ist auch nicht geplant“, heißt es in der Frankfurter Zentrale.

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