Aldi geht auf Expansionskurs in den USA

Aldi geht auf Expansionskurs in den USA

Der Discounter ist inzwischen für viele Amerikaner salonfähig geworden.

New York. Für Aldi schlägt in den USA nach mehr als 30Jahren die große Stunde. In der Krise ist der Discounter für viele Amerikaner salonfähig geworden.

Beim Ausbau des Ladennetzes will Aldi deshalb jetzt klotzen. Es wird spekuliert, dass Aldi Süd einen Teil seiner deutschen Immobilien versilbert hat, um genügend Geld für den Vorstoß in die Kasse zu bekommen.

Der riesige US-Markt mit seinen über 300 Millionen Konsumenten wird von der Aldi-Gruppe gleich doppelt beackert. Überall auf der Welt haben sich die Aldi-Gründer, Karl und sein jüngst verstorbener Bruder Theo Albrecht, die Märkte fein aufgeteilt.

In den USA ist das anders. Mit dem "A"-Logo startete Aldi-Süd 1976 in den Vereinigten Staaten. Aldi Nord übernahm 1979 die Handelskette Trader Joe’s und machte daraus eine Art Edel-Aldi. Die Warenpräsentation in den 340 Läden ist feiner, die Läden sind oft in guten Innenstadt-Lagen beheimatet.

Aldi Süd hat mit 1120 Filialen seine Expansion schon weiter vorangetrieben, dafür liegen viele Filialen in den öden Gewerbegebieten. Nach Einschätzung des Branchendienstes Planet Retail drängt Aldi Süd jetzt auch in bessere Gegenden. So soll im kommenden Jahr in Chicago erstmals eine Filiale in einem Shopping-Center eröffnet werden. "Die USA sind die Zukunft für Aldi Süd", sagt Experte Matthias Queck von Planet Retail. Der Anteil aller Discounter am Lebensmittel-Umsatz liege in den USA erst bei zwei Prozent.

Das Gros der Ware wird wie in Deutschland als No-Name-Produkte angeboten. Während das im Heimatmarkt keine Hürde ist, gilt es in den USA Vertrauen aufzubauen. Denn es war keine Liebe auf den ersten Blick zwischen Aldi und den Amerikanern. Im Vergleich zu den Megamärkten sind die Läden klein, die Auswahl ist auf 1400 Produkte begrenzt. Hier gibt es keine 20 Ketchup-Sorten, eine muss reichen.

Ungewöhnlich sind auch die Öffnungszeiten: Statt 24Stunden Verkauf an sieben Tagen in der Woche, gibt es bei Aldi USA einen Ladenschluss - spätestens um 20 Uhr. Darüber wundert sich der US-Kunde, kommt aber trotzdem. Denn das Geld sitzt nicht mehr so locker bei fast zehn Prozent Arbeitslosigkeit und unzähligen Billigjobbern.

Insgesamt ist die Aldi-Gruppe im Vergleich zum US-Riesen Wal-Mart mit 308 Milliarden Euro Umsatz noch ein Zwerg. Ihre Gesamterlöse werden für 2009 auf 53 Milliarden Euro geschätzt.

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