Air Berlin in NRW vor Umbruch

Air Berlin in NRW vor Umbruch

Düsseldorf verliert hoch qualifizierte Wartungseinheit. Crew-Standorte Dortmund, Münster und Paderborn auf der Kippe.

Düsseldorf/Berlin. Die nun verschärften Sparpläne bei Deutschlands zweitgrößter Fluglinie Air Berlin könnten sich massiv auf Standorte in Nordrhein-Westfalen auswirken. Zum einen will der Konzern die aktuelle Stellenzahl von 9300 um rund ein Zehntel reduzieren.

Vor allem der Standort Düsseldorf, an dem derzeit rund 2800 Arbeitsplätze sind, dürfte davon betroffen sein. Zum anderen plant Air Berlin offenbar Umstrukturierungen und auch Standortschließungen. Besonders im Fokus: Münster, Dortmund und Paderborn.

Hintergrund ist das Sparprogramm „Turbine“ des neuen Firmenchefs Wolfgang Prock-Schauer (56). Damit will er die Kosten bis Ende des kommenden Jahres um 450 Millionen Euro reduzieren. „Durch Netzwerk- und Standort-Optimierung kann Air Berlin zukünftig auf einige Stationen verzichten“, sagte Unternehmenssprecher Mathias Radowski am Dienstag. Derzeit hat Air Berlin 15 Stationen, die offizieller Arbeitsort für Piloten und Flugbegleiter sind. Die Gewerkschaft Verdi geht davon, dass in NRW vor allem die drei westfälischen Standorte gefährdet sind.

Air Berlin will das auf Anfrage unserer Zeitung jedoch nicht bestätigen. Über die Auswirkungen bei jedem einzelnen Standort werde erst mit den Arbeitnehmervertretern und den Mitarbeitern gesprochen so Radowski. „Daher können diese für keinen Standort zu diesem Zeitpunkt genau beziffert werden.“

Fakt ist hingegen, dass am Standort Düsseldorf ein großer Umbruch bevorsteht: „Zur bestmöglichen Ausnutzung aller Potenziale soll die ,Heavy Maintenance’ künftig am Standort München konzentriert werden und in Düsseldorf der Schwerpunkt auf ,Line Maintenance’ liegen“, heißt es in der aktuellen Mitarbeiter-Zeitschrift.

Mit „Heavy Maintenance“ sind die aufwendigen Langzeitüberprüfungen der Flugzeuge gemeint, für die es derzeit 81 Stellen in Düsseldorf gibt. Die künftig angedachte „Line Maintenance“ beschränkt sich hingegen auf die schnelle Durchsicht während des laufenden Betriebs. Düsseldorf gingen so wohl vor allem hoch qualifizierte Stellen verloren.

„Bislang sind die Aussagen allerdings recht vage“, erklärt Verdi-Vertreterin Anja Schlosser. Sie hofft, dass bis zur Tarifrunde im März mehr Klarheit herrsche.

pln/dpa

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