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Anschlag in St. Petersburg: Was wir über wissen - und was nicht

Anschlag in St. Petersburg : Was wir über wissen - und was nicht

St. Petersburg (dpa) - In der russischen Stadt St. Petersburg explodiert eine Bombe. Eine Sammlung der Fakten und der offenen Fragen:

WAS WIR WISSEN

Rettungskräfte stehen am Sennaja Ploschtschad (Heuplatz) in St.Petersburg.
Rettungskräfte stehen am Sennaja Ploschtschad (Heuplatz) in St.Petersburg. Foto: Evgenii Kurskov

Der Ablauf:

- Eine Bombe explodierte am Montag gegen 14.40 Uhr Ortszeit in einer U-Bahn der Linie 2 während der Fahrt zwischen den Stationen Sennaja Ploschtschad und Technologisches Institut.

- Der Fahrer fuhr den Zug noch in die nächste Station - Technologisches Institut. Dorthin kamen die Einsatzkräfte.

- Eine zweite Bombe wurde in der U-Bahn-Station Ploschtschad Wosstanija deponiert. Sicherheitskräfte fanden sie und machten sie unschädlich.

Die Opfer:

- Mindestens 14 Menschen wurden getötet, rund 50 verletzt, teilte das Gesundheitsministerium mit. Nach Angaben der Ministerin Weronika Skworzowa ist der Zustand aller Verletzten sm Dienstag stabil.

- Nach Angaben des Gouverneurs von St. Petersburg, Georgi Poltawtschenko und der Stadtverwaltung sind drei Ausländer unter den Opfern: aus Kasachstan, Usbekistan und aus Weißrussland.

- Das Opfer aus Kasachstan ist dem Außenministerium in Astana zufolge ein Student, der als möglicher Verdächtiger gesucht wurde. Bereits am Dienstag gab der Geheimdienst jedoch an, dass der Mann wohl nicht mit der Tat in Verbindung gestanden habe.

Die Täter:

- Die Ermittler haben Akbarschon Dschalilow asu Kirgistan als Attentäter identifiziert. Der 22-Jährige sei bei der Explosion umgekommen, teilte das staatliche Ermittlungskomitee in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. Seine DNA-Spuren wurden demnach an beiden Bomben gefunden worden.

Die Ermittlungen:

- Die Behörden gehen von einem Terroranschlag aus.

- Im Internet kursierten Bilder eines angeblich Verdächtigen. Er trug einen langen schwarzen Mantel, einen Bart und eine Kopfbedeckung. Noch am Montagabend meldete sich der Mann bei der Polizei und beteuerte, nichts mit der Tat zu tun zu haben, meldete die Agentur Interfax. Die Behörden glauben ihm.


WAS WIR NICHT WISSEN


Die Täter:

- Die Ermittler sagen, es könnte sich um einen Selbstmordattentat handeln. Es gibt aber auch andere Versionen: Die Bombe soll in der U-Bahn abgelegt worden.

- Der Mann aus Kirgistan soll einen radikal-islamistischen Hintergrund haben, meldete Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise. Näheres ist nicht bekannt, eine offizielle Bestätigung gibt es bislang nicht.

- Der Attentäter soll die Bombe in einem Rucksack bei sich getragen haben. Andere Quellen behaupten, die Bombe wurde in einer Aktentasche unter einem Sitz deponiert.

- Ob es noch Mittäter gab, ist nicht bekannt.

Der Ablauf:

- Die zweite Bombe wurde an einer anderen Linie mehrere Metrostationen entfernt deponiert. Der Verdächtige soll sich innerhalb weniger Minuten zwischen den beiden Stationen bewegt haben. Dazu hätte er mindestens einmal umsteigen müssen.

- Die staatliche Agentur Tass zitierte eine Quelle, nach der ein Mann und eine junge Frau aus Zentralasien in die Tat involviert sein könnten.

Die Hintergründe und das Motiv:

- Ob der Angriff mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Zusammenhang steht, ist bislang nicht bekannt. Präsident Wladimir Putin sagte am Montag, die Behörden ermitteln in alle Richtungen.

- Der Kremlchef hielt sich zum Zeitpunkt der Explosion in einem Vorort seiner Heimatstadt St. Petersburg auf. Der Kreml schließt nicht aus, dass der Bombenanschlag mit dem Besuch von Putin zusammenhängt.