St. Tönis.: St. Tönis für Fortgeschrittene

St. Tönis. : St. Tönis für Fortgeschrittene

Das neue Quiz des Heimatbundes hat es in sich. Der Selbstversuch eines Neubürgers.

Wie könnte man das Neue Jahr besser beginnen denn als Neubürger? In wenigen Tagen wird der Autor dieses Textes zum Einwohnermeldeamt an der Bahnstraße gehen, um „Tönisvorst“ als neue Heimatadresse in seinen Personalausweis eintragen zu lassen. Aus einem gebürtigen Neusser wird - nach Zwischenstationen in Bayern, Spanien, Krefeld - ein St. Töniser. Wobei ich in den vergangenen Jahren bereits gelernt habe, dass man als echter St. Töniser eigentlich im Schatten von St. Cornelius geboren sein muss.

Doch ich will zumindest mein Bestes geben und deshalb passte eine E-Mail, die Werner Lessenich vom Heimatbund St. Tönis kurz nach Weihnachten an die WZ-Redaktion geschickt hat, auch perfekt zum Einstand.

Darin verweist der Ur-St. Töniser auf das Heimat-Quiz, zu finden auf der Homepage des Vereins. Bereits im siebten Jahr bietet es sich unter dem Motto „Hefte raus - Klassenarbeit“ zum Testen des Heimatkunde-Wissens an.

Wie stets werden 16 Fragen zur „jüngeren bis mittelalten St. öniser Geschichte“ gestellt. Es gilt, aus vier angebotenen Antworten die jeweils richtige auszusuchen. „Ich gebe zu, dass ich mir besonders bei den falschen Antworten große Mühe gegeben habe“, schreibt Lessenich mit einem Tastatur-Smiley. Allzu schwer dürfte es seiner Ansicht nach aber „selbst einem  Zugezogenen“ nicht fallen, das Quiz zu schaffen.

Bei jeder Falsch-Antwort
zurück auf Los

Schau’n mer mal: Los geht’s mit einem Schwarz-weiß-Foto, das eine ungewöhnliche Perspektive bietet. Die im Januar 1958 gemachte Aufnahme wurde vom Kirchturm aus gemacht. Sie zeigt Kanalarbeiten. Die Frage lautet nun, in welche Richtung der Kanal verläuft. Um anderen den Spaß nicht zu verderben, werden an dieser Stelle keine korrekten Antworten verraten. Ich selbst hatte erstaunlicherweise direkt ein Erfolgserlebnis (allerdings war es mehr geraten als gewusst). Und bei den folgenden Bildern stieß ich dann und wann an meine heimatkundlichen Grenzen. Bei jeder Falschantwort taucht ein am Computer entstandener Comic-Lehrer auf. Auf seiner Kreidetafel stehen nur zwei Wörter: „leider falsch“. Und man muss von vorne anfangen. Wie oft ich den gestrengen Pädagogen zu Gesicht bekam, soll an dieser Stelle nicht näher erläutert werden. Meine Einschätzung lautet aber, dass das Quiz nichts für blutige Anfänger, sondern eher was für Fortgeschrittene ist.

Kurzweilig ist es auf jeden Fall, allein schon wegen der Fotos, die ein St. Tönis aus längst vergangenen Tagen zeigen, etwa einen verschwundenen Springbrunnen. „Wichtig ist vor allem, dass das Mitmachen Spaß macht und vielleicht sogar nette Erinnerungen hochkommen“, so Werner Lessenich.