Wolfsburg verdirbt die große Poldi-Party

Wolfsburg verdirbt die große Poldi-Party

Köln feiert seinen verlorenen Sohn, unterliegt aber dem deutschen Meister mit 1:3.

Köln. Für einen kurzen Moment hielt ein ganzes Stadion den Atem an. Lukas Podolski, der Kölner Held, lief allein auf Wolfsburgs Torwart Benaglio zu, schoss. Und dann, und dann, knapp vorbei. Es lief Minute 68, und "Prinz Poldi" hatte die große Chance zum 2:0 verschenkt. "Wenn der Ball reingeht, gewinnen wir", sagte Podolski. So wurden die letzten 20 Minuten zum FC-Alptraum.

Die Elf von Armin Veh, der offensiv so glänzend besetzte Meister, spielte seine spielerische Überlegenheit gnadenlos aus und drehte binnen zwei Minuten die Partie. Nach dem 1:1 durch Edin Dzeko (73.) war es wieder ein Eigentor, das dem FC das Genick brach, wie schon beim 0:1 in Dortmund. Pierre Womé bekam nach einer Flanke von Marcel Schäfer den Ball an den Hinterkopf und ließ Torwart Faryd Mondragon keine Abwehrchance (74.). "Danach hätten wir das Spiel schnell entscheiden müssen", sagte VfL-Spielmacher Zvjezdan Misimovic. Chancen gab es reihenweise, doch erst Obafemi Martins machte mit seinem 1:3 in der 87. Minute den Deckel drauf, Flic-Flac inklusive.

Die Kölner Fans feierten trotzdem, sich selbst sowieso und ihren Rückkehrer Lukas Podolski. Da passte es, dass auch die anderen FC-Spieler in den ersten 20 Minuten Begeisterungsstürme entfachten. Köln rannte, Köln kämpfte, Freis schoss freistehend drüber (5.). Mit der Zeit bekam der Meister das Spiel aber besser in den Griff, war vor der Pause dem 0:1 nahe, als erst Grafite (38.) und dann Dzeko (44.) gute Möglichkeiten hatten.

Und dann kam Ehret. Pezzonis Steilpass war eigentlich zu weit, doch Madlung übersah in seinem Rücken den heranstürmenden Franzosen, der erst an Benaglio scheiterte, dann aber den Ball aus spitzem Winkel über die Linie drückte. Drei Minuten nach der Pause lag Köln vorne. Doch Wolfsburg blieb geduldig, ging aber zunächst noch fahrlässig mit seinen Möglichkeiten um und bot den tief stehenden Kölnern Platz zum Kontern. Doch den nutzten die Gastgeber nicht. Stattdessen schlug der VfL in der Schlussphase zu.

"Novakovic und Geromel waren lange verletzt, Maniche benötigt Spielpraxis. Wir brauchen noch etwas Zeit", sagte FC-Trainer Zvonimir Soldo. Ob man ihm die auch gewährt? Am Samstag kommt Frankfurt, dann geht es gegen den HSV, Schalke, Stuttgart, Leverkusen und die Bayern.