„Wir haben noch Großes vor“

„Wir haben noch Großes vor“

Interview: Richard Adjei träumt von einer Medaille im Vierer-Bob.

Düsseldorf. Für den "Düsseldorfer Jong" Richard Adjei ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Bei seinen ersten Olympischen Spielen gewann der 27-Jährige Silber. Am Freitag und Samstag will der Anschieber aus Flingern nun auch im Vierer-Bob eine Medaille.

Herr Adjei, Glückwunsch, haben Sie mit Silber gerechnet?

RichardAdjei: Natürlich konnte man nicht mit einer Medaille rechnen. Wir haben gehofft, dass wir es schaffen können. Doch die Konkurrenz war im Training sehr schnell unterwegs. Wir mussten im vierten Lauf nochmal alles geben, in Whistler kann bekanntlich alles passieren, und wir wollten die Medaille auf jeden Fall.

Wen haben Sie zuerst angerufen?

Adjei: Mein Handy war im Olympischen Dorf. Es ist der Wahnsinn, wenn man so eine Medaille gewinnt. Du fährst durch das Ziel, und dann ziehen schon alle an deinen Ärmeln und wollen Interviews. Zum Telefonieren kommt man da nicht. Wir haben ein wenig gefeiert, aber nicht zu lange. Wir haben im Vierer noch Großes vor.

Wie sehen Sie Ihre Chancen?

Adjei: Wir haben ein sehr gutes Team und greifen noch einmal an. Dann werden wir sehen, ob eine Medaille dabei herauskommt.

Hatten Sie Angst vor der Bahn in Whistler?

Adjei: Ich habe gewusst, dass ich mit einem sehr guten Piloten fahre, der die Bahn im Griff hat. Ich musste mir keine Gedanken zur Sicherheit machen.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Thomas Florschütz? Als Anschieber müssen Sie ihm blind vertrauen.

Adjei: Das Verhältnis ist sehr gut. Sonst könnte man diese Leistung nicht gemeinsam bringen. Das Vertrauensverhältnis beruht auf Gegenseitigkeit. Thomas muss sich auf mich und ich mich auf ihn verlassen können.

Sie sind ein Quereinsteiger.

Adjei: Ich war Footballer in Düsseldorf. In der Sportfördergruppe der Bundeswehr stimmten die Trainingsbedingungen. So konnte ich mich für den Olympia-Bob empfehlen.

Welche Farbe soll die Medaille am Samstag im Vierer haben?

Adjei: Alle drei Medaillenfarben wären in Ordnung.

Erwartet Sie kommende Woche eine Willkommensfeier in Düsseldorf?

Adjei: Das weiß ich noch nicht. Ich lasse mich überraschen.