EM in Budapest: Wasserballer drehen Spiel und hoffen auf Olympia

EM in Budapest : Wasserballer drehen Spiel und hoffen auf Olympia

Der Start misslingt, doch dank guter Kondition und Comeback-Qualitäten schlagen die deutschen Wasserballer Georgien. Die EM in Ungarn endet für sie mit Rang neun - nach einer kurzen Pause trifft sich das Team für das große Ziel wieder.

Der Tokio-Traum lebt weiter: Die deutschen Wasserballer haben die Europameisterschaft mit einem Sieg beendet und sich den für die Olympia-Chance möglicherweise entscheidenden neunten Platz erkämpft.

Die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm besiegte Georgien in einem Platzierungsspiel in Budapest dank einer deutlichen Steigerung in den letzten beiden Vierteln mit 9:8 (2:3, 0:2, 3:2, 4:1). „Wir können stolz auf uns sein, weil wir gezeigt haben, wie großartig dieses Team ist“, sagte der für Spandau spielende Ben Reibel nach der Aufholjagd.

Durch den Erfolg hat die Auswahl des deutschen Schwimmverbands (DSV) nun realistische Chancen auf die WM 2021 im japanischen Fukuoka und gute Aussichten, Ende März an einem Olympia-Qualifikationsturnier in Rotterdam teilnehmen zu dürfen.

„In den ersten beiden Vierteln haben wir es nicht richtig geschafft, zu treffen, aber ich bin zufrieden, weil das Team hart für den Erfolg gekämpft hat“, sagte Stamm nach der Partie. Deutschlands „Mr. Wasserball“, der die Faszination Olympia als Spieler erlebte und 1984 Bronze gewann, plant bereits die Vorbereitung auf das wichtige Turnier in den Niederlanden. Seine Spieler hätten nun eine Woche „frei“, um zu ihren Vereinen zurückzukehren. „Danach beginnen wir mit der Vorbereitung für das Olympia-Qualifiaktions-Turnier“, sagte Stamm.

Um dort starten zu dürfen, ist seine Mannschaft allerdings auf einen der Nachrückerplätze angewiesen, deren genaue Anzahl erst im Februar feststeht. „Ich hoffe sehr, dass wir uns für Olympia qualifizieren“, sagte der 22 Jahre alte Reibel, für den die Spiele wie für fast alle Teamkollegen eine völlig neue Erfahrung wäre. Seit 2008 warten die Wasserballer auf eine Olympia-Teilnahme.

Bei der EM knüpfte die deutsche Auswahl phasenweise an die starken Auftritte der Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer in Südkorea an, wo sie überraschend bis ins Viertelfinale vorgedrungen war. Mit dem Tokio-Ticket will Stamm mit seinem Team nun den nächsten Schritt machen und es auf die größtmögliche Wasserball-Bühne zurückbringen. Für die deutschen Frauen ist der Weg in die Weltspitze noch deutlich weiter. Das Team belegte bei der EM den vorletzten Platz.

(dpa)