Warum Schalke jetzt offen vom möglichen Titel spricht

Warum Schalke jetzt offen vom möglichen Titel spricht

Titelkampf: Knappen besiegen Gladbach 3:1, Bayern demütigt Hannover 7:0 – aber Magath zweifelt an ihnen.

Gelsenkirchen. Euphorie ist auch immer ein Stück Erleichterung. Die Anhänger des FC Schalke 04 schienen wie von einer schweren Last befreit, als das 3:1 gegen Borussia Mönchengladbach feststand. Kaum einer der 61673 Zuschauer machte sich auf den Heimweg, mehr als eine Viertelstunde dauerten die Ovationen für die Mannschaft. Mit nun sieben Punkten Vorsprung auf Platz drei ist den Schalkern die direkte Qualifikation für die Champions League kaum noch zu nehmen. Doch noch wichtiger als die zusätzlichen Einnahmen in der kommenden Saison von rund 25 Millionen Euro bleibt die Aktualität. Und die beschrieb Felix Magath als kommenden Höhepunkt der Vereinsgeschichte. "Ich sehe jetzt eine gute Chance, dass wir Meister werden. Ich glaube nicht, dass der FC Bayern aufgrund der Belastung in der Champions League noch alle restlichen Spiele gewinnen wird", sagte der Trainer und wirkte dabei nicht so, als sei diese Meinung einer spontanen Überlegung entwachsen.

Vielmehr scheint er die Flucht nach vorne antreten zu wollen, um alle Gedanken an ein Scheitern zu verhindern. Denn Magath weiß nur allzu gut, wie fragil sein Team bisweilen noch ist. "Weil wir zuletzt zweimal verloren haben, haben wir besonders bei unseren jungen Spielern gesehen, dass das Selbstvertrauen schon angeknackst war", beschrieb Verteidiger Marcelo Bordon das Innenleben der Mannschaft. "Die drei Punkte werden uns noch einmal Auftrieb und Selbstvertrauen geben", sagte der zweifache Torschütze Ivan Rakitic.

Einer der den Aufschwung besonders zu genießen scheint ist Kevin Kuranyi. Der Angreifer wurde von den Fans gefeiert. "Das macht mich stolz", sagte der 28-Jährige, der seine Zukunft offenbar noch nicht bei einem anderen Klub sieht: "Ich werde das mit meiner Familie besprechen. Die letzte Entscheidung treffe ich."

Nur drei Stunden konnten sich die Schalker als Tabellenführer fühlen, dann schlug der Rekordmeister von der Isar fulminant zurück: Mit einer 7:0-Torgala gegen Hannover 96 stellten die Münchner den Zwei- Punkte-Abstand auf Schalke vor den letzten drei Partien wieder her. "So müssen wir spielen. Wir sind auch nach dem 1:0 und 2:0 weitermarschiert", frohlockte der umjubelte Dreifach-Torschütze Robben.

"Für den Geist sind sieben Tore gut. Das gibt uns viel Vertrauen für Lyon", betonte Robben vor dem Champions-League-Halbfinale am Mitwoch (20.45 Uhr). Der Mann des Abends schoss seine Saisontore 12 bis 14 (30./49./90.+1.), zudem trafen Olic (21./49.) und WM-Aspirant Thomas Müller (44./62.)