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Grand Départ: Tour de France: Eine ganze Region im Radsportfieber

Grand Départ : Tour de France: Eine ganze Region im Radsportfieber

Düsseldorf und 15 weitere Kommunen bereiten sich auf die Tour de France vor. Jede Stadt feiert das Radrennen mit Festen, Konzerten und anderen Aktivitäten.

Düsseldorf. Sprinter, Zeitfahrexperten, Bergspezialisten — wenn am ersten Juli-Wochenende die 104. Tour de France ins Rollen kommt, werden noch nicht alle Profis in ihrem jeweiligen Spezialgebiet punkten können. Aber der Fokus der Radsportwelt wird auf Düsseldorf gerichtet sein. Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt steht vor allem am Sonntag, 2. Juli, aber nicht alleine im Blickpunkt. Die zweite Etappe des größten jährlich stattfindenden Sportereignisses der Welt führt den Tour-Tross über 203,5 Kilometer durch eine Vielzahl von Kommunen und Städten in der Region, ehe es über Aachen zum Etappenziel ins belgische Lüttich und damit aus Deutschland heraus geht. Nicht nur sportlich für alle involvierten Orte ein Großereignis — auch organisatorisch.

Foto: dpa

Am Donnerstag präsentierten Vertreter von insgesamt 13 Städten und Regionen ihr Programm anlässlich des Grand Départ 2017. „Die Durchführung dieses sportlichen Großereignisses erfordert ein hohes Maß an regionaler Zusammenarbeit. Und wir hoffen, dass diese Zusammenarbeit durch die Tour de France weiter beflügelt wird“, erklärte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel im Rathaus der Ausrichterstadt.

Erstmals seit dem Start der berühmtesten Radrundfahrt der Welt im Jahr 1987, damals noch im geteilten Berlin, beginnt die „große Schleife“ wieder in der Bundesrepublik. Und die Kommunen von Düsseldorf bis Aachen biegen mit ihren Vorbereitungen für das Tour-Wochenende nun auf die Zielgeraden ein.

Vom Aktivprogramm „Rund ums Rad“ des bereits im rot-gepunkteten Bergtrikot erscheinenden Neanderthal-Museums über französisches Frühschoppen in Erkrath bis zum „Grand Picknick“ in Mettmann bietet sich bereits unweit von Düsseldorf ein buntes Programm zum Radsportklassiker. Fast alle Kommunen werden das Geschehen von der Rennstrecke auf großen Leinwänden übertragen. Ratingen zieht sein Stadt-Festival sogar eigens auf das Tour-Wochenende vor, in Meerbusch finden unter anderem eine Prolog-Party sowie ein ökumenischer Radfahr-Gottesdienst statt.

Konzerte, Bühnenprogramm und Familienfeste gehören wie am Startort Düsseldorf überall zum Angebot — auch in Neuss bereitet sich die Stadt auf die Durchfahrt der rund 200 Fahrer vor. Eigene Interessen werden dabei in praktischer Weise gleich mit der Tour de France verbunden. „Wir nehmen dieses Ereignis als tolle Kulisse, um auf ein wichtiges Anliegen, die Stärkung der Nahmobilität aufmerksam zu machen“, sagt Bürgermeister Reiner Breuer.

Über Kaarst, wo am Samstag, 1. Juli, auf der Originalstrecke ein Kinderradrennen veranstaltet wird, und Korschenbroich, dort gibt es unter anderem eine Kunstinstallation, führt der Weg des „Peloton“ nach Mönchengladbach. „Die erste Sprintwertung der diesjährigen Tour findet bei uns auf der Bismarckstraße statt. Das ist ein erster Höhepunkt und freut uns als Stadt natürlich sehr“, sagt Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

Auch in Jülich soll mit einer Wassersäulen-Installation für ein optisches Glanzlicht gesorgt werden. Den europäischen Gedanken möchte wenig später Würselen auf drei Kilometern durch die Stadt zum Ausdruck bringen, ehe die Rennfahrer in Richtung Aachen in die Pedale treten.

Sowohl Düsseldorf als auch die übrigen Kommunen möchten am großen Tour-Wochenende nicht nur sich selbst und die Region als gastfreundlich und radsportbegeistert präsentieren. Das Stichwort Nachhaltigkeit dürfte in fast jedem Rathaus in den Vorbereitungen eine Rolle gespielt haben. In Düsseldorf beispielsweise ging mit der Bewerbung um den Grand Départ der Wunsch zur nachhaltigen Förderung des Radverkehrs einher. In Englands Hauptstadt London, 2007 Gastgeber des Tour-Starts, wurden die diesbezüglich gesteckten Ziele inzwischen erfüllt.