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Super-League wird dem Fußball nachhaltigen Schaden zufügen

Fans und UEFA empört : Super-League wird dem Fußball nachhaltigen Schaden zufügen

Im europäischen Fußball wird es bald eine neue Liga geben. Mit der sogenannten Super-League schaufelt der Fußball sich Schritt für Schritt sein eigenes Grab.

Der Begriff Super-League schwirrte seit einiger Zeit über dem europäischen Fußball. Nun ist sie beschlossen. Eine Liga, in der die besten Vereine des Kontinents Woche für Woche gegeneinander spielen. Spiele wie das El Classico zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona oder das englische Traditionsduell zwischen Manchester United und dem FC Liverpool soll es dadurch viel öfter im Fernsehen zu sehen geben. Dadurch soll der Fußball global akttrakiv sein. Die beteiligten Clubs und Funktionäre feiern sich für das Ergebnis, Fans und die UEFA sind empört. Der Fußball wird nachhaltig darunter leiden.

Dass es im Fußball schon lange nicht mehr nur um das Spiel geht, dürfte selbst dem letzten Fußballromantiker mittlerweile klar sein. Geschichten wie die sensationelle Meisterschaft von Leicester City im Jahre 2016 bleiben den Fans ewig in Erinnerung. Genau diese Geschichten, dass der krasse Außenseiter sich gegen die großen Vereine mit dem großen Geld durchsetzen kann, wird es in naher Zukunft wohl nur noch in Geschichtsbüchern zu lesen geben. Durch die Gründung der Super-League werden Vereine wie Real Madrid, Barcelona, Liverpool, Manchester United mit einem Startgeld belohnt, dass alle Sphären sprengt.

Den 15 Gründungsmitgliedern stehen pro Klub mehr als 200 Millionen Euro zu Verfügung, insgesamt werden 3,5 Milliarden Euro auf die Vereine verteilt. Eine unfassbare Summe, die nichts mit der geforderten Bodenständigkeit zu tun hat. Zum Vergleich: Der FC Bayern, der in der letzten Saison die Champions League gewann, kassierte damals knapp 130 Millionen. Das ist zwar auch enorm viel Geld, allerdings haben die Bayern dieses Geld auch erspielt und sich in KO-Spielen gegen die besten Vereine des Kontinents durchgesetzt.

TV-Rechte spielen das meiste Geld in die Super-League. Dazu wird die US Investmentbank JP Morgan als Geldgeber einsteigen. Für Fans dürfte besonders dieses Vorgehen ein Schlag ins Gesicht sein. Seit Jahren setzen sich Fanprojekte, Fanklubs und andere Funktionäre in Deutschland dafür ein, die 50+1 Regel nicht zu verändern. In anderen Ligen Europas sind Oligarchen und Investoren bereits Normalität geworden. In Paris hat der Staat Qatar seit Jahren das Sagen, bei Manchester City gibt es Geld aus Abu Dhabi. Durch diese Geldgeber sind bereits Transfer wie der von Brasiliens Neymar für 222 Millionen Euro zu Paris entstanden. Diese Entwicklung gefällt den Fans schon lange nicht. In der Corona-Pandemie sollte der Fußball Bodenständiger werden. Es wurde immer betont, dass es keine Sonderregeln gäbe. Mit dieser Liga würde man sich genau von diesem eh schon von vielen belächelten Vorhaben endgültig verabschieden. Dass aus Deutschland niemand an der Liga teilnehmen wird, zeigt, dass die 50+1 Regel hierzulande einiges wert ist und Geld eben doch nicht alles im Fußball ist.

Die UEFA hat bereits angekündigt, dass die Spieler einer Mannschaft, die an der Super-League teilnehmen, nicht mehr für ihr Land bei einer EM oder WM auflaufen dürfen. Diese Maßnahme muss zwingend umgesetzt werden, da es wohl die einzige Möglichkeit ist, das Spiel, was die Fans so lieben, nicht in den Ruin zu treiben. Es bleibt abzuwarten, ob im August diesen Jahres die Fußballwelt nachhaltig verändert wird. Eine Veränderung, die auf dem Rücken der Fans und der jeweiligen Ligen ausgetragen wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Maßnahmen der UEFA und der FIFA am Ende wirken und es in naher Zukunft noch Fußballwunder wie eben das von Leicester City im Stadion zu bewundern gibt.