Sprint: Der Machtkampf in Paris

Sprint: Der Machtkampf in Paris

Im „Stade de France“ treffen die Schnellsten der Welt am Freitagabend aufeinander.

Düsseldorf. Am Freitagabend startet der Meister im "Stade de France" beim Diamond-League-Meeting. Weltrekordler Usain Bolt aus Jamaika hat über 100 Meter eine Zeit um 9,70 Sekunden angekündigt. Antreiben soll den dreimaligen Olympiasieger sein Landsmann Asafa Powell. Frankreichs Shootingstar Christophe Lemaitre läuft im Windschatten.

Bei den Weltmeisterschaften in Berlin schraubte Bolt seinen Weltrekord auf unglaubliche 9,58 Sekunden. Und immer läuft der Zweifel mit. Und die ganze Welt fragt sich, wie schnell können Menschen über 100 Meter eigentlich sein?

Es gibt wenige, die Bolt Konkurrenz machen können. Bei seinem Rekordlauf in Berlin lag seine Spitzengeschwindigkeit bei 12,5 Metern pro Sekunde oder 44,72 Kilometern pro Stunde. Sportwissenschaftler der Universität Oxford sagten 2004 in 150 Jahren Spitzenzeiten knapp über acht Sekunden voraus. Die Forschergruppe um Andrew Tatem glaubt allerdings auch, das im Jahre 2156 erstmals Frauen im Sprint schneller sein werden als Männer. Das ist alles sehr umstritten.

Und kümmert Usain Bolt am Freitag in Saint Denis nicht. "Ich sollte 9,70 Sekunden laufen können, wenn die Bedingungen stimmen", sagte der Weltrekordler. Erstmals wird der 23 Jahre alte dreimalige Olympiasieger in dieser Saison auf Asafa Powell treffen. Beide stehen mit 9,82 Sekunden an der Spitze der Weltjahresbestenliste. "Asafa ist bereit, er wartet auf mich", meinte Bolt vor dem ersten Duell der schnellsten Sprinter in diesem Jahr. Vor einer Woche in Gateshead war Powell zwei Hundertstelsekunden langsamer als US-Sprinter Tyson Gay (9,94 Sekunden). "Das ist kein Rückschlag", sagt Powell. Mit Blick auf den Supersprint mit Bolt. Bolt fühlt sich fit, aber nicht auf absolutem Top-Niveau.

"Ich liege bei 80 Prozent meines Leistungsvermögens", sagt der Supersprinter aus Jamaika. Wegen einer Achillessehnenreizung kann Bolt im Moment keine Kurven laufen, "deshalb werde ich in dieser Saison keine 200 Meter mehr laufen".

Im Windschatten von Bolt und Powell will der schnellste "weiße Sprinter der Welt" mithalten. "Es geht nicht um die Hautfarbe, sondern einzig um das Können, die 100 Meter in weniger als zehn Sekunden zu laufen", sagt der Franzose Christophe Lemaitre, der 9,98 Sekunden vor Wochenfrist gelaufen ist.

"Nach den 9,98 Sekunden ist es noch ein langer Weg bis zur Weltspitze." Der 20-Jährige aus Aix-les-Bains spürt aber viele Reserven in sich: "In absehbarer Zeit sind 9,92 Sekunden eine Zeit, die ich erreichen kann."