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Schwimmen: Immer Ärger mit den Funktionären

Schwimmen: Immer Ärger mit den Funktionären

Britta Steffen kritisiert in der Schwimmoper den DSV und gewinnt zweimal souverän.

Wuppertal/Düsseldorf. Das Ergebnis des „Krisengespräches“ der Verbandskritiker Britta Steffen und Paul Biedermann mit Leistungssportdirektor Lutz Buschkow war eher dürftig. „Wir wollen das Gespräch fortsetzen“, sagte Buschkow kurz nach Mitternacht. „Er hat mir sehr viel über die Strukturen erzählt, ich bin zufrieden, dass wir angefangen haben, miteinander zu reden“, sagte Britta Steffen. Die 29-Jährige hatte zuvor in einem Interview die Führungsebene und insbesondere Präsidentin Christa Thiel kritisiert und dem Verband nach dem Olympia-Debakel Tatenlosigkeit vorgeworfen. Die Chefin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) weilte in ihrer Funktion als Vizepräsidentin des europäischen Verbandes in Chartres.

Thiel steht nicht erst seit dem Verbandstag in Hannover in der Kritik. Dort war sie mit nur 57,1 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. „Beim DSV hat sich nichts verändert und keiner will Veränderungen. Wir verschwenden Zeit, die wir nicht haben. Wenn Du erfolgreich bist, dann darfst du mit Frau Thiel ein Foto machen und danke sagen“, hatte Britta Steffen gesagt. Die Präsidentin hatte verwundert gekontert: „Besonders erfolgreich war Frau Steffen nicht. Als sie es war, haben wir uns eigentlich immer ganz gut verstanden.“ Pfiffe gab es von den Aktiven, als die Verbandsführung in Wuppertal bekanntgab, dass die Meisterschaften auf Bitten der Fernsehanstalten um drei Wochen verschoben wurden. Ein bisher einmaliger Fall.

Sportlich zeigte sich Britta Steffen erholt vom Weltcup-Stress. Trotz einer Jahresweltbestzeit und zwei Titeln sieht sich die Berlinerin nicht als Favoritin für die Weltmeisterschaften in Istanbul. „Um bei der WM erfolgreich zu sein, muss ich noch was tun, aber ich will Saisonbestleistung schwimmen“, sagte sie. Der Zwist mit dem Verband überlagerte das sportliche Geschehen: „Es wäre schön, endlich einmal eine Meisterschaft zu haben, wo man sich nur auf das Schwimmen konzentrieren kann.“