Rote Zahlen: DFB verweigert mehr Zahlungen für Fußballmuseum in Dortmund

Fußball : Rote Zahlen: DFB verweigert mehr Zahlungen für Fußballmuseum in Dortmund

Das DFB-Fußballmuseum schreibt das erste Mal rote Zahlen. Die Stadt Dortmund muss für die Verluste zu gutem Teil zahlen. DFB-Präsident Keller vergleicht das Museum mit anderen Kulturstätten.

In der vergangenen Woche war die Aufregung groß: Das glamouröse DFB-Fußballmuseum gegenüber vom Dortmunder Hauptbahnhof schreibt im fünften Jahr seines Betriebs das erste Mal rote Zahlen. Und die hochverschuldete Ruhrgebiets-Stadt muss die meisten Kosten davon übernehmen: 250 000 Euro an Verlustausgleich trägt der DFB laut Vertrag maximal jährlich. Was darüber hinausgeht, zahlt zu 100 Prozent die Stadt Dortmund, die sich kräftige Polster für 2020 und 2021 in den Haushalt stellen musste. Das Vertragskonstrukt sähe man gerne überarbeitet, der neue DFB-Präsident Fritz Keller galt diesbezüglich als Hoffnungsträger.

Doch daraus wird nun nichts: Keller macht der Stadt keine Hoffnung, dass der DFB generös für eine andere Regelung einträte. Vielmehr, so der neue DFB-Präsident in einer Mitteilung des Verbandes, verwundere ihn die Diskussion: „Wir haben der Stadt ein Haus geschenkt, jetzt müssen dafür aber auch die Strom- und Betriebskosten getragen werden. Daran beteiligen wir uns sogar jährlich mit 250 000 Euro und zahlreichen eigenen Veranstaltungen, für die wir gesondert bezahlen“, schreibt Keller und begründet seine Zurückhaltung vor allem damit, dass das Fußballmuseum wie jeder andere Kulturbetrieb in der Stadt angesehen und „wirtschaftlich genauso behandelt“ werden müsse. Darüber hinaus arbeite das Haus wirtschaftlich und führe ein positives Betriebsergebnis. Und: „Das Museum zieht Besucher aus allen Teilen Deutschlands in die Stadt, dazu kommen zahlreiche Veranstaltungen mit überregionaler Strahlkraft wie die DFB-Pokalauslosungen in der ARD, Pressekonferenzen der Nationalmannschaft oder DFB-Preisverleihungen.“

Die jüngeren Verluste resultierten aus „Abschreibungen aus der Bauphase und Investitionen in den Substanzerhalt“, sagt Keller und stellt einen Vergleich an: „Bei anderen Kultureinrichtungen ergeben sich solche Diskussionen nicht, da ihre strukturellen Defizite vorab durch kommunale Zuschüsse ausgeglichen werden. Würden für das Fußballmuseum dieselben Spielregeln gelten, wäre es in der Gewinnzone.“ Der Stadt Dortmund sei mit dem Museum ein „großer und wirtschaftlicher Mehrwert“ gegeben.

Rund 200 000 Besucher (erhofft hatte man sich zum Start rund 270 000 Besucher) kommen jährlich in das Museum. Dortmund hatte sich als Standort zuletzt gegen Gelsenkirchen durchgesetzt, Köln war schon vorher ausgestiegen. Der DFB gibt an, bisher mehr als zwölf Millionen Euro in den Bau und den Betrieb eingebracht zu haben, zudem seien DFB-Sponoren auch in das Museum eingestiegen.

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