Ringer Bichinashvili: Für drei Nationen gekämpft

Ringer Bichinashvili: Für drei Nationen gekämpft

Dortmund (dpa) - Er ist ein alter Haudegen, aber kein Lautsprecher. Im Privatleben ist Freistilringer David Bichinashvili ein ruhiger Vertreter seiner Zunft. Auf der Matte kennt der 36- Jährige jedoch kein Pardon.

Er packt zu, schleudert seine Gegner durch die Luft und legt sie auch mal aufs Kreuz.

Der Sportlehrer aus Mainz gilt als Taktiker - und als aussichtsreichster Medaillenkandidat der deutschen Freistilringer bei der Heim- Europameisterschaft in Dortmund. Der 84-Kilogramm-Mann bestreitet am Mittwoch seine Kämpfe. Nachdem er bei Olympia in Peking als Fünfter die angestrebte Medaille verpasst hatte, will er 2012 in London noch einmal angreifen. Es wären seine insgesamt vierten Sommerspiele. „Mein Ziel lautet ganz klar Olympia 2012 in London, danach ist für mich zumindest international Schluss. Der Bundesliga möchte ich aber noch weiter erhalten bleiben“, sagte der sechsfache deutsche Meister, der 2000 in Sydney für die Ukraine Olympia-13. wurde und 2004 in Athen für Deutschland auf Rang elf landete.

Beim letzten Vorbereitungstest auf Kuba landete er bei einem international stark besetzten Turnier auf Rang drei. Diese Form möchte er nun auch bei der Heim-EM nachweisen. „Ich fühle mich soweit fit, die Zeitumstellung von Kuba machte mir noch ein wenig zu schaffen, aber im Großen und Ganzen bin ich in Form. Es motiviert einen natürlich umso mehr, wenn man vor heimischer Kulisse ringen kann. Ich werde mein Bestes geben, um in Dortmund eine Medaille zu gewinnen“, sagte der Routinier, der künftig in der Bundesliga für den ASV Mainz 88 auf die Matte geht.

Bishinashvili begann erst im Alter von zwölf Jahren mit dem Ringen. „Als Kind war es eigentlich mein Traum, Fußball- oder Basketballspieler zu werden“, meinte er. Erst als ihn sein Cousin zum Ringer-Training mitnahm, begann die Begeisterung für diesen Sport zu wachsen. Heute kann er sich nichts anderes mehr vorstellen: „Im Ringen gibt es viele interessante Aspekte. Für mich persönlich ist es der Kampf Mann gegen Mann und der absolute Siegeswille, der dich antreibt“, betonte der Ausnahmeathlet.