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Deutsches Turnfest: Premieren-Titel beim Heimspiel: Dauser Mehrkampfmeister

Deutsches Turnfest : Premieren-Titel beim Heimspiel: Dauser Mehrkampfmeister

Berlin (dpa) - Fabian Hambüchen spendete kräftig Applaus, Lukas Dauser klopfte sich kräftig auf die Brust und heizte das Publikum an.

Trotz Patzern am Pauschenpferd und am Reck hat der Wahl-Berliner bei seinem Heimspiel im Rahmen des Internationalen Deutschen Turnfestes erstmals den nationalen Mehrkampf-Titel erkämpft. Vor 6000 Zuschauern siegte der Vize-Europameister nach spannender Aufholjagd mit 81,75 Punkten vor seinem stark auftrumpfenden Trainingsgefährten Philipp Herder (81,70) und Pauschenpferd-Spezialist Ivan Rittschik aus Chemnitz (79,70).

Seine Stärken spielte Dauser vor allem am Boden und am Barren aus, an dem er vor sechs Wochen in Rumänien Vize-Europameister geworden war. Mit 14,95 Punkten war er an seinem Spezialgerät auch stärker als Marcel Nguyen (14,10). Der zweimalige Olympia-Zweite Nguyen hatte sich in Berlin erneut nur auf zwei Geräte beschränkt und war insofern kein Gegner für Dauser im Kampf um die Turner-Krone.

„Ich habe mir die Favoritenrolle ja hart erkämpft. Also wollte ich ihr auch gerecht werden“, sagte Dauser. In Gefahr geriet sein Erfolg aber, als er seinen Reckabgang nicht perfekt stehen konnte. Die Winzigkeit von 0,05 Punkten brachte ihn dann aber doch ans Ziel.

Bereits vor zwölf Jahren hatte der für den TSV Unterhaching startende Dauser die besondere Atmosphäre bei einem Turnfest genossen, als er mit seinen Eltern noch im Wohnmobil aus seiner bayerischen Heimat in die Hauptstadt gereist war. „Bis dahin hatte ich ja keine Ahnung, was für ein Riesenevent so ein Turnfest ist: Einfach gigantisch“, sagte Dauser.

Fabian Hambüchen, der Turnfest-Botschafter, der mit insgesamt 40 nationalen Titeln eine kaum zu knackende Bestmarke aufstellte, wird am Dienstag bei der Stadiongala im Olympiastadion verabschiedet. Inzwischen betreut der Reck-Olympiasieger seinen Freund Dauser auch in Marketingfragen.

Vorjahresmeister und Olympia-Held Andreas Toba hatte sich schon bei der Eröffnung vor 70 000 Zuschauern am Brandenburger Tor wieder an das Pauschenpferd gewagt. Er wird nach drei Knie-Operationen in zwei Wochen in der Bundesliga sein Comeback feiern.